Digitalisierung, KI, Nachhaltigkeit und Co.: Mit diesen fĂĽnf Weiterbildungsthemen sollten sich TherapeutInnen 2026 auseinandersetzen, um fachlich, mental und strukturell gut aufgestellt zu sein. Digitalisierung, KI, Nachhaltigkeit und Co.: Mit diesen fĂĽnf Weiterbildungsthemen sollten sich TherapeutInnen 2026 auseinandersetzen, um fachlich, mental und strukturell gut aufgestellt zu sein.

Weiterbildung für TherapeutInnen 2026: 5 Zukunftsthemen, die jetzt relevant sind 

Digitalisierung, KI, Nachhaltigkeit und Co.: Mit diesen fĂĽnf Weiterbildungsthemen sollten sich TherapeutInnen 2026 auseinandersetzen, um fachlich, mental und strukturell gut aufgestellt zu sein.

Die therapeutischen Berufe befinden sich im Wandel. Technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen und steigende Anforderungen an die Gesundheitsversorgung wirken sich direkt auf den Berufsalltag von Therapeutinnen und Therapeuten quer durch alle Fachrichtungen aus. Weiterbildung ist dabei längst mehr als fachliche Spezialisierung – sie wird zum Schlüssel, um mit Komplexität, neuen Rollenbildern und wachsenden Erwartungen souverän umzugehen.

Das Jahr 2026 markiert dabei einen Punkt, an dem sich mehrere Entwicklungen deutlich verdichten. Wer als Therapeutin oder Therapeut zukunftsfähig bleiben möchte, wird sich nicht nur mit neuen Methoden, sondern langfristig auch mit digitalen, psychosozialen und systemischen Kompetenzen auseinandersetzen müssen. Diese fünf Themenfelder zeichnen sich dabei als besonders relevant für die Weiterbildung ab.


1. Digitale Gesundheitskompetenz: Therapie im digitalen Zeitalter

Digitale Technologien sind im therapeutischen Alltag angekommen – von elektronischer Dokumentation ĂĽber Teletherapie bis hin zu digitalen Trainingsprogrammen und Gesundheits-Apps. FĂĽr Therapeutinnen und Therapeuten bedeutet das, digitale Angebote nicht nur zu nutzen, sondern sie fachlich einzuordnen, kritisch zu bewerten und verantwortungsvoll in die eigene Arbeit zu integrieren. Digitale Gesundheitskompetenz umfasst dabei ebenso Datenschutz, Datensicherheit und professionelle Online-Kommunikation wie die Fähigkeit, Patientinnen und Patienten im Umgang mit digitalen Tools zu begleiten – sowohl im Zuge der Therapie als auch was den privaten Umgang mit digitalen Medien betrifft. 

2026 wird diese Kompetenz weiter an Bedeutung gewinnen, da digitale Anwendungen immer mehr fester Bestandteil der Versorgung werden und Klientinnen und Klienten zunehmend digitale Lösungen erwarten. Weiterbildungen reagieren darauf, indem sie weniger auf Technik allein setzen, sondern auf praxisnahe digitale Handlungskompetenz – mit dem Ziel, Qualität, Effizienz und therapeutische Beziehung gleichermaßen zu stärken.

Konkrete Weiterbildungen in diesem Bereich: 


2. KĂĽnstliche Intelligenz in der Therapie: Chancen verstehen, Verantwortung ĂĽbernehmen

Künstliche Intelligenz hält schrittweise Einzug in therapeutische Arbeitsfelder. Sie unterstützt etwa bei Bewegungsanalysen, in digitalen Assessments, bei der Verlaufsdokumentation oder in personalisierten Trainingsprogrammen. Dabei geht es nicht um Automatisierung von Therapie, sondern um datenbasierte Unterstützung professioneller Entscheidungen.

Dieses Jahr und auch in naher Zukunft wird es für Therapeutinnen und Therapeuten entscheidend sein, ein grundlegendes Verständnis für KI-basierte Systeme zu entwickeln: Wie kommen Empfehlungen zustande? Welche Daten dürfen genutzt werden und wie sieht es mit Verschlüsselung aus? Wie kann die KI für Content genutzt werden? Wo liegen Grenzen und Risiken? Weiterbildung in diesem Bereich stärkt die Fähigkeit, KI sinnvoll einzusetzen, kritisch zu hinterfragen und ethisch reflektiert damit umzugehen – und damit die eigene fachliche Autonomie zu sichern.

Konkrete Weiterbildungen in diesem Bereich: 


3. Nachhaltigkeit und Green Health: Verantwortung im therapeutischen Alltag

Gesundheit und Umwelt lassen sich nicht länger getrennt betrachten. Klimawandel, Umweltbelastungen und soziale Ungleichheiten wirken sich zunehmend auf Gesundheit, Bewegungsverhalten und Lebensqualität aus. Gleichzeitig ist auch das Gesundheitswesen selbst ein relevanter Ressourcenverbraucher – einschließlich therapeutischer Praxen und Einrichtungen.

Nachhaltigkeit ist und bleibt daher ein wichtiger Teil therapeutischer Weiterbildungen ebenso wie für Symposien und Fachtagungen. Im Fokus stehen nachhaltige Praxisführung, ressourcenschonende Arbeitsweisen und ein erweitertes Gesundheitsverständnis im Sinne von „Planetary Health“. Therapeutinnen und Therapeuten werden verstärkt gefragt sein, ökologische und soziale Faktoren in Prävention, Beratung und Therapie mitzudenken – ohne dabei den individuellen Menschen aus dem Blick zu verlieren.

Konkrete Weiterbildungen in diesem Bereich: 


4. Psychosoziale Gesundheit und Resilienz: Kompetenzen für komplexe Lebensrealitäten

Therapie findet immer seltener isoliert auf körperlicher oder funktioneller Ebene statt. Psychosoziale Belastungen, Stress, emotionale Krisen und chronische Erkrankungen prägen viele Therapiesituationen – unabhängig vom Fachbereich. Gleichzeitig steigt auch die Belastung für Therapeutinnen und Therapeuten selbst durch Zeitdruck, hohe Verantwortung und emotionale Nähe.

Hier zeichnet sich daher ein wachsender Weiterbildungsbedarf im Bereich psychosoziale Gesundheit und Resilienz ab. Gefragt sind Kompetenzen im Umgang mit emotional anspruchsvollen Situationen, ein besseres Verständnis psychosozialer Einflussfaktoren sowie Strategien zur Selbstfürsorge, Abgrenzung und langfristigen Gesunderhaltung im Beruf. Resilienz wird damit nicht zur „Soft Skill“, sondern zur professionellen Schlüsselkompetenz.

Konkrete Weiterbildungen in diesem Bereich: 


5. Interdisziplinäre Versorgung: Zusammenarbeit als Zukunftskompetenz

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten wird zunehmend komplexer. Multimorbidität, chronische Verläufe und psychosoziale Faktoren erfordern ein Zusammenspiel verschiedener Gesundheitsberufe. TherapeutInnen arbeiten immer häufiger in interprofessionellen Teams, Netzwerken oder integrierten Versorgungskonzepten – gerade auch hinsichtlich des wichtigen Themas Prävention.

2026 wird interdisziplinäre Kompetenz daher ein zentraler Weiterbildungsschwerpunkt sein. Es geht darum, die eigene Rolle klar zu definieren, andere Professionen zu verstehen und gemeinsam tragfähige Therapieziele zu entwickeln. Kommunikation, systemisches Denken und vernetztes Arbeiten werden zu entscheidenden Fähigkeiten, um eine qualitativ hochwertige, koordinierte und patientenzentrierte Versorgung zu ermöglichen.

Konkrete Weiterbildungen in diesem Bereich: 

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