Was Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen anlässlich des Weltnichtrauchertags über Tabak, Nikotin und E-Zigaretten wissen sollten – und wie sie dieses Thema für Social Media und Blog nutzen können. Was Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen anlässlich des Weltnichtrauchertags über Tabak, Nikotin und E-Zigaretten wissen sollten – und wie sie dieses Thema für Social Media und Blog nutzen können.

Weltnichtrauchertag: Den Reiz entlarven – und als TherapeutIn sichtbar werden

Was Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen anlässlich des Weltnichtrauchertags über Tabak, Nikotin und E-Zigaretten wissen sollten – und wie sie dieses Thema für Social Media und Blog nutzen können.

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag – ein Datum, das jedes Jahr daran erinnert, wie viele Menschen weltweit durch Tabak- und Nikotinkonsum erkranken oder sterben. Für Therapeutinnen und Therapeuten aller Fachrichtungen ist dieser Tag mehr als ein Gedenktag: Er ist eine Einladung, mit der eigenen Community über eines der vermeidbarsten Gesundheitsrisiken überhaupt ins Gespräch zu kommen.


Was ist der Weltnichtrauchertag – und woher kommt er?

Der Weltnichtrauchertag wurde 1987 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Der erste offizielle Aktionstag fand am 07. April 1988 statt, dem damaligen Weltgesundheitstag. Seit 1989 wird der Weltnichtrauchertag jährlich am 31. Mai begangen, um ihm ein eigenständiges Datum zu geben. Jedes Jahr wählt die WHO ein neues Motto, das einen spezifischen Aspekt des globalen Tabakproblems in den Mittelpunkt rückt.

Das Ziel des Tages: die Öffentlichkeit über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens aufklären, Maßnahmen zur Reduzierung des Tabakkonsums fördern und politischen Druck für stärkere Tabakprävention erzeugen.


Das Motto 2026: „Unmasking the appeal – countering nicotine and tobacco addiction“

Das WHO-Motto für den Weltnichtrauchertag 2026 lautet: „Unmasking the appeal – countering nicotine and tobacco addiction“ – auf Deutsch: „Den Reiz entlarven – Nikotin- und Tabakabhängigkeit bekämpfen“.

Die Kampagne richtet den Scheinwerfer auf eine alarmierende Entwicklung: Die Tabak- und Nikotinindustrie erfindet sich kontinuierlich neu. Sie bringt neuartige Produkte wie E-Zigaretten, Nikotinbeutel und synthetische Nikotingeräte auf den Markt – oft verpackt als technologische Innovation –, um neue Konsumentinnen und Konsumenten zu gewinnen und bestehende Sucht aufrechtzuerhalten. Besonders im Fokus der Kampagne steht der Schutz junger Menschen: Aktuelle WHO-Daten zeigen, dass weltweit mindestens 40 Millionen Kinder zwischen 13 und 15 Jahren mindestens ein Tabakprodukt konsumieren. Mindestens 15 Millionen Jugendliche in dieser Altersgruppe greifen bereits zur E-Zigarette – und in Ländern mit entsprechenden Daten vapen Kinder im Durchschnitt neunmal häufiger als Erwachsene.

Die Kampagne 2026 verfolgt drei zentrale Ziele:

Sensibilisierung

Die Öffentlichkeit soll verstehen, wie die Industrie mit synthetischem Nikotin, Nikotinsalzen und cleverer Produktgestaltung das Suchtpotenzial ihrer Produkte steigert und dabei technologisch fortschrittlich wirkt.

Stärkere politische Maßnahmen

Die WHO fordert Verbote von Aromen in E-Zigaretten, umfassende Werbeverbote (auch in sozialen Medien) und strengere Verpackungsvorschriften, um die Attraktivität dieser Produkte zu reduzieren.

Nachfragesenkung und Prävention

Jugendliche sowie Konsumentinnen und Konsumenten sollen über die Manipulationstaktiken der Industrie aufgeklärt werden und Zugang zu evidenzbasierter Entwöhnungsunterstützung erhalten.


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Die Risiken des Rauchens: Was Zigaretten mit dem Körper machen

Rauchen kann grundsätzlich fast jedes Organ des Körpers schädigen – die giftigen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs gelangen über den Blutkreislauf in den gesamten Organismus und beeinflussen sogar die Erbinformation der Körperzellen. Besonders stark betroffen sind das Herz-Kreislauf-System und die Atemwege, doch die Folgen reichen weit darüber hinaus.

🎗️ Krebs

Im Zigarettenrauch wurden bislang mehr als 90 krebserregende Stoffe identifiziert. Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für die Entstehung von Krebs – und zwar nicht nur Lungenkrebs. Auch Krebserkrankungen der Bronchien, des Kehlkopfs, des Mund-, Nasen- und Rachenraums, der Speiseröhre, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Nieren, der Blase sowie bei Frauen der Brust und des Gebärmutterhalses werden durch Rauchen begünstigt.

🫀 Herz-Kreislauf-System

Rauchen zählt zu den wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Arteriosklerose – also die Verengung und Verkalkung von Blutgefäßen. Die Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit (umgangssprachlich: „Raucherbein“) sein.

🫁 Atemwege

Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen verursachen Entzündungsreaktionen, reizen die Bronchien und erhöhen die Infektionsanfälligkeit. Chronischer Husten, Schleimstau und Atembeschwerden sind häufige Begleiter. Rauchen gilt zudem als einer der bedeutendsten Risikofaktoren für COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) – ein Großteil der Betroffenen sind Raucherinnen und Raucher oder Ex-Raucherinnen und -Raucher.

👁️ Augen

Rauchen schadet auch der Sehfähigkeit – ein Aspekt, der oft unterschätzt wird. Die giftigen Substanzen im Tabakrauch schädigen die Netzhaut und den Sehnerv, fördern Entzündungen und stören die Durchblutung. Das Risiko für altersabhängige Makuladegeneration (AMD), Grünen Star (Glaukom) und Netzhautgefäßverschlüsse steigt durch Rauchen um das Zwei- bis Vierfache. Studien zufolge sind bis zu 20 Prozent aller Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr auf das Rauchen zurückzuführen. Bei der AMD tritt die Erkrankung bei Raucherinnen und Rauchern im Schnitt zehn Jahre früher auf. 

🧓 Haut

Nikotin verschlechtert die Hautdurchblutung; der Tabakrauch enthält darüber hinaus Substanzen, die Hautzellen direkt schädigen. Die Haut wird dünner, unelastischer und altert vorzeitig. Rauchen kann außerdem Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Akne begünstigen.

🦷 Zähne und Mundhöhle

Der im Tabakrauch enthaltene Teer verfärbt die Zähne, Rauchen trägt zu Mundgeruch bei und begünstigt Parodontitis, die zu vorzeitigem Zahnverlust führen kann.

💕 Sexualität und Fruchtbarkeit

Rauchen kann bei Männern erektile Dysfunktion mitverursachen und schädigt Spermien. Bei Frauen ist Rauchen mit verminderter Fruchtbarkeit verbunden und erhöht in Kombination mit hormonellen Verhütungsmitteln das Thromboserisiko.

🫄 Schwangerschaft

Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, haben ein erhöhtes Risiko für Früh- oder Fehlgeburten, vorzeitigen Blasensprung und Plazentaablösung. Neugeborene von Raucherinnen weisen häufiger ein geringeres Geburtsgewicht auf, und das Risiko für den plötzlichen Kindstod ist erhöht.


Auch E-Zigaretten und Vapes sind keine sichere Alternative

E-Zigaretten werden von ihren herstellenden Unternehmen oft als „risikoärmere“ oder „gesündere“ Alternative zur Zigarette vermarktet – ein Trugschluss, den die Wissenschaft zunehmend widerlegt.

Beim Vaping werden chemische Lösungen (sogenannte E-Liquids) auf hohe Temperaturen erhitzt, und der entstehende Dampf wird inhaliert. Das Problem: Die Mehrzahl der in E-Zigaretten verwendeten Aromastoffe ist bislang nicht toxikologisch umfassend untersucht worden. Die Aromen stammen häufig aus der Lebensmittelindustrie und waren ursprünglich nicht zum Erhitzen gedacht. Durch die beim Vaping entstehende Hitze können sich diese chemischen Verbindungen verändern und schädliche Substanzen entstehen, die in der ursprünglichen Flüssigkeit nicht vorhanden waren. So können etwa aus Propylenglykol und Glycerin beim Erhitzen Formaldehyd und Acrolein entstehen – beide toxisch und mit Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht.

Auch auf das Herz-Kreislauf-System wirken sich Aromen in E-Zigaretten aus: Vanille- und Zimtaromen etwa können körpereigene Abwehrmechanismen unterdrücken, Entzündungsprozesse fördern und zellulären Stress auslösen – beides relevante Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse. Nikotin selbst stimuliert das sympathische Nervensystem, erhöht kurzfristig Blutdruck und Herzfrequenz und kann langfristig zur Entstehung von Atherosklerose beitragen.

Die European Association of Preventive Cardiology (EAPC)warnt in einem Positionspapier von 2020 vor den Folgen des E-Zigarettenkonsums: Die Aromen fördern nicht nur den späteren Einstieg in den Tabakkonsum, sondern erleichtern auch die Aufnahme schädlicher Stoffe über die Lunge – auch weil beim Vaping tiefer und häufiger inhaliert wird.

Auch für die Augengesundheit des Ungeborenen ist der Umstieg auf E-Zigaretten keine sichere Lösung: Raucherinnen wird in der Schwangerschaft zum vollständigen Verzicht auf alle Nikotin- und Tabakprodukte geraten.


Was passiert, wenn man aufhört zu rauchen?

Die gute Nachricht: Der Körper beginnt sich zu erholen, sobald die letzte Zigarette geraucht ist – und das oft schneller als erwartet.

Bereits nach wenigen rauchfreien Wochen verbessert sich die Durchblutung spürbar. Nach etwa einem Jahr ist das Risiko einer koronaren Herzkrankheit nur noch halb so hoch wie das eines aktiven Rauchers. Wer mit dem Rauchen aufhört, reduziert zudem nachweislich das Krebsrisiko – je früher, desto deutlicher. Auch das Risiko für Augenkrankheiten wie die Makuladegeneration nimmt nach einem Rauchstopp ab: Abstinenz verzögert nachweislich das Fortschreiten der Erkrankung. Beim Grünen Star liegt das Erkrankungsrisiko bei ehemaligen Raucherinnen und Rauchern nur noch rund 25 Prozent über dem von Nichtrauchenden.

Für Menschen, die aufhören zu rauchen, verbessern sich außerdem Fruchtbarkeit, Hautbild und – in der Schwangerschaft – die Ausgangslage für das Kind erheblich. Chronische Atemwegsbeschwerden wie Husten und Schleimproduktion bessern sich oft innerhalb weniger Monate.

Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter und in jeder Lebensphase.


Ideen für TherapeutInnen: So nutzt du den Weltnichtrauchertag für deinen Content

Der Weltnichtrauchertag ist eine hervorragende Gelegenheit, als Fachkraft auf Social Media oder im eigenen Blog sichtbar zu werden – und dabei echten Mehrwert zu bieten. Je nach Fachrichtung gibt es ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte:

🧠 PsychotherapeutInnen und PsychologInnen

Nikotinabhängigkeit ist eine anerkannte psychische Störung mit komplexen neurobiologischen und psychosozialen Hintergründen. 

Mögliche Beitragsideen: 

  • Warum Rauchen mehr als eine schlechte Gewohnheit ist – ein Blick auf die Psychologie der Sucht
  • Wie Stress und Rauchen zusammenhängen – und was das für den Rauchstopp bedeutet
  • Ein Erklärformat dazu, wie Verhaltenstherapie bei der Rauchentwöhnung eingesetzt wird

🦵 PhysiotherapeutInnen und OsteopathInnen

Rauchen beeinträchtigt Durchblutung, Gewebeheilung und Lungenfunktion – alles Themen, die direkt in die Praxis einfließen. 

Content-Ideen: 

  • Was Rauchen mit Ihrer Heilung nach einer OP zu tun hat
  • Warum wir PatientInnen auf den Rauchstopp ansprechen
  • Ein Post über die Auswirkungen des Rauchens auf das Muskel-Skelett-System und die Rehabilitation

✋ ErgotherapeutInnen

Im Fokus: Alltagskompetenz und Lebensqualität. 

Mögliche Themen: 

  • Wie Rauchen die Feinmotorik und kognitive Leistungsfähigkeit beeinflusst
  • Rauchentwöhnung als Teil der ergotherapeutischen Begleitung bei chronischen Erkrankungen

💬 LogopädInnen

Rauchen schädigt Stimme, Mundhöhle und Atemwege – Kernthemen der Logopädie. 

Ideen: 

  • Was Rauchen mit Ihrer Stimme macht
  • Warum ich als Logopädin den Weltnichtrauchertag nutze, um über Kehlkopfkrebs zu sprechen
  • Ein Aufklärungspost über Heiserkeit als Warnsignal

🥗 DiätologInnen und ErnährungsberaterInnen

Rauchen beeinflusst Geschmackssinn, Appetit und Stoffwechsel. Nach dem Rauchstopp verändern sich Hunger und Gewicht – ein häufiger Grund, warum Menschen zögern, aufzuhören. 

Content-Ideen: 

  • Was Rauchen mit Ihrem Geschmackssinn macht
  • Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp: Was steckt dahinter und was hilft?
  • Welche Rolle die Ernährung bei der Rauchentwöhnung spielen kann

🫁 AllgemeinmedizinerInnen und InternistInnen

Als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem haben sie eine besondere Verantwortung. 

Beitragsideen: 

  • Infografik zu den gesundheitlichen Folgen des Rauchens
  • Ein Post über evidenzbasierte Methoden der Rauchentwöhnung 
  • Ein Hinweis auf verfügbare Unterstützungsangebote, z. B. das Rauchfrei-Telefon in Österreich unter 0800 810 013 oder die Hotline zur Rauchentwöhnung in Deutschland unter 0800 831 31 31.  

📝 Allgemeine Content-Formate, die für alle Fachrichtungen funktionieren:

  • Fakten-Karussell auf Instagram: „5 Dinge, die Rauchen mit Ihrem Körper macht – die Sie vielleicht nicht wussten“
  • Story-Abstimmung: „Wussten Sie, dass Rauchen das Risiko für Makuladegeneration vervierfacht?“ (Ja/Nein)
  • Blog-Artikel: Unseren Artikel als Ausgangspunkt nutzen und ihn auf die eigene Fachrichtung zuschneiden
  • Reels oder Kurzvideo: Eine Minute über das WHO-Motto 2026 und was es bedeutet
  • Zitat-Post: Eine der eindrücklichen Zahlen aus dem WHO-Bericht aufgreifen (z. B. 40 Millionen Kinder zwischen 13 und 15 Jahren konsumieren weltweit Tabakprodukte)

Tipp für alle: Verknüpfe deinen Post mit den Hashtags #Weltnichtrauchertag, #WorldNoTobaccoDay und #WNTD2026, um mehr Reichweite zu erzielen. Und denk daran: Du musst keine Rauchstoppberatung anbieten, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen – allein die Aufklärung und das Setzen eines Zeichens als Fachperson haben Wirkung.

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