Podcasts, Hörbücher, Bücher und Blogs, mit denen Fortbildung auch in der Ferienzeit leicht von der Hand geht.
Die Ausbildungsinstitute machen Pause, der Fortbildungskalender ist so leer wie das Wartezimmer am Ferienbeginn – und plötzlich hast du tatsächlich Zeit. Zeit für lange Spaziergänge, Zeit für das Buch, das seit Monaten auf dem Nachttisch liegt, Zeit für ein bisschen Nichtstun. Genau diese Zeit ist Gold wert, und sie muss nicht mit dickem Fachbuch und Textmarker verbracht werden, um trotzdem etwas für den Kopf zu tun.
Denn Weiterbildung heißt nicht zwangsläufig Seminarraum, Flipchart und Zertifikat. Manchmal reicht es, beim Spazierengehen einer klugen Stimme zuzuhören oder im Liegestuhl ein Kapitel zu verschlingen. Gerade im Sommer darf Wissen auch mal leicht verdaulich sein – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür mit einer guten Portion Unterhaltung. Genau dieser entspannte Zugang sorgt oft dafür, dass Dinge überhaupt erst hängen bleiben – weil kein Leistungsdruck dazwischenfunkt. Wissenschaftlich betrachtet ist das auch keine Überraschung: Entspannung und spielerische Neugier gehören zu den besten Voraussetzungen dafür, dass sich Neues im Gedächtnis festsetzt. Ein Grund mehr, sich beim Lernen im Sommer nicht selbst unter Druck zu setzen, sondern es einfach als angenehmen Nebeneffekt der freien Zeit zu betrachten.
Hier kommen unsere liebsten Empfehlungen für alle, die auch in der Auszeit ein bisschen schlauer werden und ihr Wissen in den Bereichen Psychologie und neue Denkweisen erweitern wollen, ohne dabei das Gefühl von Urlaub zu verlieren.
hashtagPRAXIS Podcast
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Inhalt
Podcasts: Wissen für die Ohren, während der Kopf frei bleibt
Podcasts sind die ideale Sommerbegleitung: Sie laufen nebenbei, beim Spaziergang, in der Hängematte oder auf der Autobahn Richtung Süden – und man merkt gar nicht, wie viel dabei hängen bleibt.
Ein guter Startpunkt ist „Psychologie to go!“ von Franca Cerutti und Christian Weiss. Die Psychotherapeutin und der Psychiater nehmen sich jeden Sonntag einer neuen Alltagsfrage an – von Eifersucht über Selbstsabotage bis zur Frage, ob Therapeutinnen und Therapeuten auf Partys insgeheim jeden analysieren. Locker erzählt, mit vielen Aha-Momenten, aber ohne erhobenen Zeigefinger.
Wer gerne einen Blick hinter Therapiesitzungen wirft, ist bei Stefanie Stahls Podcasts „Stahl aber herzlich“ und „So bin ich eben“ gut aufgehoben. In Ersterem hörst du reale, anonymisierte Therapiegespräche zu Themen wie Bindungsangst oder Selbstzweifel, im zweiten Format beantworten Stahl und der Psychologe Lukas Klaschinski HörerInnenfragen zu Beziehung und Selbstwert. Fachlich fundiert, aber alltagstauglich erzählt – ideal für alle, die im Urlaub trotzdem gerne mal „in echten Fällen mitdenken“.
Etwas verspielter geht es bei „Psychotrip“ zu: Die beiden Hosts Stephanie Sievers und Roland Beintner stellen sich gegenseitig psychologische Phänomene vor und lassen sich davon überraschen – von Sozialpsychologie bis Gehirnforschung, garniert mit viel gemeinsamer Neugier und Humor.
Für alle, die es breiter mögen, liefert „PSYCHOLOGOS“ von Sara Taubman-Hildebrand Streifzüge durch Themen wie Familie, Beziehung, Berufsalltag oder psychische Erkrankungen – kompakt und praxisnah.
Und wer öffentlich-rechtlichen Sound mag: „Die Lösung _ der Psychologie-Podcast“ von ARD Sounds beleuchtet gemeinsam mit den Psychotherapeutinnen Nike Hilber und Sina Haghiri wöchentlich mentale Gesundheitsthemen, von Offenheit am Arbeitsplatz bis zum Umgang mit dem eigenen Aussehen – ehrlich, jung und ohne den Anspruch, die eine Lösung zu liefern.
Auch für Kolleginnen und Kollegen mit Spezialinteressen gibt es mittlerweile jede Menge Nischen-Podcasts, etwa zu Neurodivergenz, Beziehungsdynamiken oder Arbeitspsychologie. Ein kurzer Blick in die Podcast-App der Wahl mit Suchbegriffen wie „Psychologie“ oder dem eigenen Fachgebiet lohnt sich – die Auswahl ist inzwischen groß genug, dass für nahezu jedes Interesse etwas dabei ist. Praktischer Nebeneffekt: Viele dieser Formate laufen in kurzen Episoden von 20 bis 40 Minuten – perfekt für die Fahrt zum See oder den Feierabendspaziergang.
20 Top-Podcasts für TherapeutInnen
Du möchtest im Sommer mal über den Tellerrand hinausblicken? Dann tauche ein in das Therapiewissen aus den Fachbereichen Psychotherapie/Psychologie, Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Diätologie/Ernährungswissenschaft.
Hörbücher: Für die lange Autofahrt oder die noch längere Liegestuhl-Session
Wenn der Podcast zu kurz ist und das Hörbuch her muss: Auch hier gibt es genug leichtere Kost mit fachlichem Mehrwert.
Ein Klassiker, an dem in der D-A-CH-Region kaum jemand vorbeikommt, ist Stefanie Stahls „Das Kind in dir muss Heimat finden“ – seit Jahren ein Dauerbrenner unter den Sachbuch-Bestsellern und mit dem Modell von Sonnen- und Schattenkind eine bildhafte, leicht zugängliche Erklärung innerer Muster. Wer die Theorie schon kennt, findet in ihrem neueren Buch „Wer wir sind“ einen kompakteren Blick auf Wahrnehmung, Bewusstsein und die Frage, was Menschen im Kern zusammenhält.
Wer es etwas verspielter mag, greift zu Timon Krauses „99 Mind Hacks“: Der bekannte Mentalist und Bühnenkünstler verpackt psychologische und neurowissenschaftliche Erkenntnisse in alltagstaugliche Kniffe – gegen Ohrwürmer, für mehr Fokus, gegen die kleine Panik vor dem Auftritt. Fachlich unterfüttert, aber klar auf Unterhaltung getrimmt – perfekt, wenn der Kopf im Urlaub nicht zu viel arbeiten soll.
Wer sich für die harten Fakten hinter unserem Denken interessiert, aber trotzdem nicht in ein Lehrbuch abtauchen will, ist mit Daniel Kahnemans „Schnelles Denken, langsames Denken“ gut beraten. Zugegeben: kein Leichtgewicht, aber in Hörbuchform lässt es sich über mehrere Spaziergänge verteilt gut portionieren – und liefert jede Menge Gesprächsstoff für den nächsten Praxis-Talk.
Sachbücher für den Strand: informativ, aber ohne Fußnoten-Overkill
Nicht jedes Sachbuch muss ein Fachbuch sein. Gerade im Sommer darf es ruhig ein bisschen populärwissenschaftlicher zugehen.

James Clears „Die 1%-Methode“ gehört seit Jahren zu den meistverkauften Titeln im deutschsprachigen Raum, wenn es um die Psychologie von Gewohnheiten geht – leicht lesbar, mit vielen kleinen Kapiteln, die sich auch mal zwischen zwei Aufgüssen am Pool unterbringen lassen.

Wer lieber ins Gehirn statt in die Gewohnheit schaut, findet in Nicole Strübers „Unser soziales Gehirn“ eine verständliche neurobiologische Erklärung dafür, warum wir Menschen ein so tiefes Bedürfnis nach Verbindung haben – fundiert, aber ohne komplizierten Fachjargon.
Und falls dir danach ist, dich auch mal fachfremd inspirieren zu lassen: Aktuelle Sachbuch-Bestenlisten zeigen gerade einen deutlichen Trend zu Büchern über Abgrenzung, Resilienz und radikale Selbstakzeptanz. Ein Blick über den eigenen fachlichen Tellerrand in diese Titel kann überraschend viele Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit liefern – und liest sich nebenbei richtig gut am Strand.
Ein kleiner Tipp am Rande: Gerade populärwissenschaftliche Titel eignen sich hervorragend, um sie später mit Klientinnen und Klienten zu besprechen. Viele davon sind ohnehin schon Gesprächsthema in Wartezimmern oder Erstgesprächen – wer die zentralen Thesen kennt, kann souverän einordnen, was an den Trends dran ist und was eher Vereinfachung fürs Marketing. Das macht aus einem entspannten Urlaubsbuch nebenbei noch ein kleines Update für die eigene fachliche Diskussionsfähigkeit.
Blogs, Magazine und Accounts: Input von Kolleginnen und Kollegen
Wer auch im Urlaub gerne mal in fachliche Perspektiven anderer Therapeutinnen und Therapeuten hineinschnuppert, findet im deutschsprachigen Raum einige Blogs, die sich gut in kleinen Portionen lesen lassen. DER Persönlichkeits-Blog von Roland Kopp-Wichmann widmet sich seit Jahren Themen rund um Persönlichkeitsentwicklung und Zufriedenheit, das Online-Magazin Psychologie Heute liefert regelmäßig gut lesbare Beiträge zu aktuellen Themen – von Erholung im Urlaub bis zu psychologischen Trends am Arbeitsplatz –, und auf In-Mind („Psychologie für alle“) erklären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sozialpsychologische Phänomene wie Denkfehler, Einsamkeit oder Stigmatisierung verständlich und undogmatisch. Auch ein Streifzug durch Instagram lohnt sich: Dort teilen zunehmend approbierte Kolleginnen und Kollegen fundierte Inhalte – ein Blick auf die Bio verrät meist schnell, ob eine echte Qualifikation dahintersteckt.
Sommer auf hashtagPRAXIS
Auch hashtagPRAXIS hat einige leichtere Beiträge für laue Sommerabende zu bieten. Falls du Lust hast, weiterzulesen, haben wir hier ein paar interne Tipps für dich 😉💜
Der Sommer gehört trotzdem dir
Bei aller Lust am Weiterlernen: Der wichtigste Punkt zum Schluss ist vielleicht der unspektakulärste. Sommerpause bedeutet auch – Pause. Nichts von alledem hier ist eine Pflichtlektüre, kein Punkt auf einer To-Learn-Liste, die am Ende der Ferien abgehakt sein muss. Podcasts, Hörbücher, Bücher und Blogs dürfen einfach das sein, was sie im Kern sind: eine angenehme Art, neugierig zu bleiben. Wenn am Ende der Sommerpause hängen bleibt, dass ein Perspektivwechsel guttat oder ein Gespräch beim Spielabend zum Nachdenken angeregt hat – dann war es genau richtig dosiert. Und wenn nicht: Auch das ist völlig in Ordnung. Erholung zählt schließlich auch zur professionellen Präsenz – nach innen wie nach außen.

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