Ab dem Wintersemester 2026/2027 bietet die FH Kärnten den neuen Master-Studiengang “Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe” an. Wir geben dir alle wichtigen Infos im Überblick und haben mit Studiengangsleiter FH.Prof. Dr. Michael Suppanz, MSc, MAS gesprochen.
Mit dem Wintersemester 2026 startet an der FH Kärnten der neue Masterstudiengang „Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe“. Ein Schritt in Richtung digitale Zukunft der Gesundheitsversorgung und eine akademische Ausbildung, die klar zeigt: Das Spektrum der Telemedizin ist vielfältig.
Der Studiengang „Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe“ richtet sich an Angehörige unterschiedlicher Gesundheitsberufe – wie LogopädInnen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen und SportwissenschaftlerInnen mit trainingstherapeutischer Zusatzqualifikation –, die über eine aufrechte Berufszulassung verfügen.
Das Ziel ist es, Absolventinnen und Absolventen zu telemedizinischen Profis auszubilden, die aber nicht nur einfach die Technik anwenden, sondern damit Arbeitsprozesse optimieren, die Erkenntnisse wissenschaftlich evaluieren und damit den Bereich der Telemedizin kontinuierlich vorwärtsbringen.
Kompetente Lizenz- und Kooperationspartner wie appointmed, wibbi, Telemed Austria und Synaptos unterstützen die FH Kärnten bei diesem Aufbruch zu neuen Ufern. So können die Studierenden sofort praktisch mit der passenden Software arbeiten, diese in ihren Praxisalltag integrieren und sich aktiv an Forschungsprojekten und Zukunftsvisionen rund um das Thema Telemedizin beteiligen.
Hard Facts zum Studiengang
„Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe“
🏛️ Niveau der Qualifikation | 2. Zyklus (Master)
🪙 ECTS Credits | 120.00
💶 Studien- und ÖH-Beitrag | 363 Euro und 25,20 Euro pro Semester
🎓 Akademischer Grad | Master of Science in Health Studies
🕓 Studiendauer | 4 Semester
💬 Unterrichtssprache | Deutsch und teilweise Englisch
📍 FH Campus | Klagenfurt
💻 fh-kaernten.at
Bewerbung für den Studiengang
Die zweite Periode der Bewerbungsfrist für das erste Semester dieses brandneuen Studiengangs läuft noch bis 15. Mai 2026. Das Wintersemester startet dann in der zweiten Septemberhälfte 2026. Wer sich ganz persönlich vorab informieren und Fragen stellen möchte, kann eine der ein- oder halbstündigen Online-Infosessions buchen über die Studiengangs-Website buchen:
- Montag, 23. März 2026 | 17.30 bis 18.00 Uhr
- Dienstag, 31. März 2026 | 17.30 bis 18.30 Uhr
- Dienstag, 07. April 2026 | 17.30 bis 18.00 Uhr
- Montag, 13. April 2026 | 17.30 bis 18.00 Uhr
- Montag, 27. April 2026 | 17.30 bis 18.00 Uhr
Studiengangsleiter Michael Suppanz im Gespräch

Vielleicht können wir dir aber auch schon einige deiner Fragen mit unserem folgenden Interview beantworten. Wir haben mit Studiengangsleiter FH.Prof. Dr. Michael Suppanz, MSc, MAS, über die Vision hinter dem Studium, die Kombinierbarkeit von Beruf und Studium sowie die Zukunft der Gesundheitsversorgung gesprochen.
Herr Suppanz, wie ist die Idee zum Masterstudiengang „Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe“ entstanden – und welche Lücke im Gesundheitssystem soll er schließen?
Die Idee im Rahmen der strategischen Ausrichtung der FH Kärnten, insbesondere der Fakultät für Gesundheit & Soziales, entstand aus zwei wesentlichen Entwicklungen, die das österreichische Gesundheitswesen nachhaltig prägen. Mit dem seit 01. September 2024 geltenden MTD‑Gesetz wurde es Angehörigen der gehobenen medizinisch‑therapeutisch‑diagnostischen Gesundheitsberufe – z. B. ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen oder LogopädInnen – erstmals ausdrücklich ermöglicht, auch telemedizinisch tätig zu werden. Gleichzeitig fordert die österreichische eHealth‑Strategie bis 2030 einen deutlichen Ausbau digitaler Gesundheitsangebote, den systematischen Einsatz telemedizinischer Lösungen sowie die Stärkung digitaler Kompetenzen über alle Gesundheitsberufe hinweg.
Aus diesen Entwicklungen ergab sich aus unserer Sicht eine klar erkennbare Versorgungslücke: Gesundheitsfachkräfte benötigen eine fundierte, interprofessionell ausgerichtete akademische Weiterbildung, die telemedizinische Kompetenz, Arbeitsprozessgestaltung und -änderung sowie Innovations- und Changemanagement vereint und gleichzeitig die Umsetzung der eHealth‑Strategie unterstützt.
Das Masterstudium „Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe“ schließt genau diese Lücke. Es befähigt Studierende dazu, telemedizinische Prozesse evidenzbasiert, qualitätsgesichert und nachhaltig in unterschiedlichen Versorgungseinrichtungen – etwa Primärversorgungszentren, Gruppenpraxen oder anderen extramuralen Strukturen – zu entwickeln, umzusetzen bzw. anzupassen.
Telemedizin ist ein breites Feld – von Telemonitoring bis KI-gestützter Diagnostik. Welche konkreten Kompetenzen erwerben Studierende bei Ihnen, die über bestehende Weiterbildungen hinausgehen?
Das viersemestrige berufsbegleitende Studium vermittelt ein umfassendes Kompetenzprofil, das weit über klassische Weiterbildungen hinausreicht, ist in fünf Kernkompetenzbereiche gegliedert und zielt direkt auf die Anwendung telemedizinischer Lösungen in der Versorgung ab. Es richtet sich unter anderem an oben genannte Gesundheitsberufe, aber auch beispielsweise an SportwissenschaftlerInnen mit trainingstherapeutischer Zusatzqualifikation und andere Gesundheitsberufe.
Studierende erweitern ihre technisch‑digitalen Kompetenzen in der angewandten Telemedizin beispielsweise in den Themenfeldern eHealth und assistive Technologien, Applied Data Science, Patient Support, Telemonitoring, Medienproduktion oder Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Im fachlich‑methodischen Kompetenzbereich integrieren sie telemedizinische Lösungen entlang des gesamten Behandlungsprozesses – zum Beispiel in den Phasen der Befundung, Maßnahmenplanung und Behandlung sowie Evaluierung und Behandlungsabschluss – unter Berücksichtigung professionsspezifischer, rechtlicher und ethischer Aspekte. Die Studierenden kommen in die direkte Anwendungssituation, erkennen Anpassungsnotwendigkeiten in den bestehenden Arbeitsprozessen und können dadurch auch unmittelbar in die Veränderung letztgenannter gehen.
Darüber hinaus erwerben Studierende sozial-kommunikative, wissenschaftliche, managementbezogene und innovationsorientierte Kompetenzen, die für die Einführung, Steuerung und nachhaltige Verankerung telemedizinischer Angebote unverzichtbar sind.
Der Studiengang richtet sich an bereits berufstätige Gesundheitsfachkräfte. Wie stellen Sie sicher, dass Theorie, Praxis und berufliche Realität sinnvoll miteinander verknüpft werden?
Der Studiengang ist konsequent als berufsbegleitendes, praxisorientiertes Studium konzipiert, welches Theorie und berufliche Realität eng miteinander verknüpft. Die zeitliche Struktur schafft dafür optimale Voraussetzungen: Präsenzphasen finden in Form zweier Blockwochen zu Semesterbeginn und -ende sowie eines weiteren kompakten Blockes in der Semestermitte statt, ergänzt durch regelmäßige Live-Online‑Einheiten unter der Woche und selbstgesteuerte Online-Lerneinheiten. Insgesamt finden ungefähr 2/3 des Studiums online statt.
Der inhaltliche Aufbau verbindet die oben genannten Kompetenzbereiche unter Berücksichtigung professionsspezifischer, rechtlicher und ethischer Aspekte sowie die direkte Anwendung in einem aufbauenden Curriculum. Studierende bearbeiten beispielsweise professionsspezifische und interprofessionelle Fälle, entwickeln fachgerechte Lösungen, wenden diese direkt an und evaluieren ihre Tätigkeiten.
Digitale Transformation bedeutet oft auch Veränderungsprozesse im Team und in Organisationen. Welche Rolle spielen Management- und Leadership-Kompetenzen im Studium?
Management‑ und Leadership‑Kompetenzen spielen eine zentrale Rolle, da digitale Transformation weit über technische Fragen hinausgeht und immer auch organisationalen Wandel bedeutet. Deshalb widmet das Studium diesem Themenfeld einen eigenen Schwerpunkt.
Studierende lernen, Veränderungsprozesse zu initiieren, zu begleiten und innerhalb ihres Teams sowie in ihrem Umfeld erfolgreich zu verankern. Sie erwerben fundierte Kenntnisse in Innovations- und Change-Management, Schnittstellen-Management, Projektumsetzung und Implementierung telemedizinischer Arbeitsprozesse.
Damit verbunden sind auch persönliche Interessensschwerpunkte sowie die Anpassung an aktuelle Entwicklungen und Trends, welche in Wahlmodulen abgebildet werden.
Wenn wir ins Jahr 2035 blicken: Wie könnte die Gesundheitsversorgung aussehen – und welche Rolle werden Ihre Absolventinnen und Absolventen darin einnehmen?
Die Gesundheitsversorgung im Jahr 2035 wird stark von telemedizinischen und digitalen Lösungen geprägt sein. Technologische Weiterentwicklungen, künstliche Intelligenz, sichere digitale Kommunikationsformen und gesetzliche Rahmenbedingungen werden die Versorgung zunehmend unterstützen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen beispielsweise durch demografische Entwicklungen, chronische Erkrankungen und den Fachkräftemangel. In diesem Umfeld werden telemedizinische Angebote ein selbstverständlicher Bestandteil der intra‑ und extramuralen Versorgung sein. Unsere AbsolventInnen – die ja die Gesundheitsdienstleistungen zum Wohle der KlientInnen und PatientInnen zu erbringen haben – werden unter anderem in der Lage sein, die notwendigen Arbeitsprozesse mit- oder neu zu gestalten und weiterzuentwickeln. Damit verbunden sind auch die wissenschaftliche Begleitung und nachhaltige Implementierung in die Versorgungsstrukturen im Sinne einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Parallel dazu werden sich auch neue Karrierepfade für unsere AbsolventInnen auftun.
Zur Person
FH.Prof. Dr. Michael Suppanz, MSc, MAS, ist seit mehr als 20 Jahren als Physiotherapeut tätig, hat einen Master in Sportphysiotherapie, ein Doktorat im Bereich der Gesundheitswissenschaften. Seit 2020 ist er als Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Physiotherapie und ab sofort auch als Studiengangsleiter für Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe an der FH Kärnten tätig. Seine Arbeit an und mit Patientinnen und Patienten führt er in einer Gemeinschaftspraxis in Velden am Wörthersee aus.
Kontakt
FH.Prof. Dr. Michael Suppanz, MSc. MAS
Studiengangsleitung
+43 5 90500 3525
m.suppanz@fh-kaernten.at
fh-kaernten.at