Vom Fitness-Tracker zum vorausschauenden Gesundheitscoach – warum tragbare KI-Technologie unser Verhältnis zu Gesundheit grundlegend verändert.
Digital on Track – die neue Serie zur digitalen Praxis
Digitale Technologien verändern den Praxisalltag leise, aber nachhaltig. Von KI-gestützten Tools über neue rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zu Fortbildung und Organisation – die Digitalisierung hält an vielen Stellen Einzug.
Mit „Digital on Track“ starten wir eine neue Artikelserie, die diese Entwicklungen einordnet, erklärt und praxisnah beleuchtet. Im Fokus stehen Innovationen, die den Arbeitsalltag tatsächlich verändern – verständlich, kritisch und mit Blick auf das, was im täglichen Tun wirklich relevant ist.
Noch vor wenigen Jahren bedeutete ein Wearable vor allem eines: Schritte zählen, Puls messen, vielleicht den Schlaf grob einordnen. Heute sind diese Funktionen kaum mehr als die Basis. Mit dem Einzug künstlicher Intelligenz beginnt eine neue Phase tragbarer Technologie – eine, in der Geräte nicht nur Daten sammeln, sondern Zusammenhänge erkennen, Muster lernen und daraus Empfehlungen ableiten, die sich anfühlen, als wären sie für genau diesen einen Körper gemacht.
KI-gestützte Wearables übernehmen zunehmend die Rolle eines stillen Beobachters im Hintergrund. Sie begleiten uns durch den Alltag, analysieren Belastung und Erholung, Aktivität und Ruhe – und machen sichtbar, was wir selbst oft erst spüren, wenn es längst zu viel geworden ist.
Inhalt
- Quick-Read
- Von Messwerten zu Bedeutung
- Der Körper als lernendes System
- Mentale Balance rückt in den Fokus
- Echtzeit-Analyse und präventive Gesundheit
- Die Kehrseite der KI
- Technik, die im Hintergrund verschwindet
- Wearables im Praxisalltag: Zwischen Selbsttracking und therapeutischem Werkzeug
- Prävention beginnt vor der Intervention
- Consumer-Wearables vs. Medizinprodukte: Ein notwendiger Unterschied
- Digitale Gesundheitsanwendungen: Wenn Wearables Teil der Therapie werden
- Wearables in der Beratung: Einordnen statt interpretieren
- Datenschutz: Sensible Daten, begrenzte Transparenz
- Wearables zwischen Prävention, Therapie und Alltag
- Quick Scan: Aktuelle Entwicklungen und Trends bei KI-Wearables
Quick-Read
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KI-gestützte Wearables stehen am Beginn einer neuen Phase tragbarer Technologie. Während vor wenigen Jahren Smartwatches oder Fitnessarmbänder vor allem Schritte zählten, Puls maßen oder den Schlaf grob analysierten, sind moderne Geräte viel mehr: Sie erkennen Muster, setzen Zusammenhänge in Kontext und geben personalisierte Empfehlungen, die sich so anfühlen, als wären sie exakt für den eigenen Körper erstellt. (Weiterlesen…)
Damit übernehmen Wearables zunehmend die Rolle eines stillen Begleiters, der unseren Alltag beobachtet, Belastung, Erholung und mentale Zustände analysiert und frühzeitig auf mögliche Risiken hinweist.
Vielfalt der Formfaktoren
Heute sprechen wir längst nicht mehr nur von Smartwatches. Das Ökosystem tragbarer Technologien ist vielfältig: smarte Ringe, Earbuds, Textilien, Patches, Clip-ons, Pins oder AR-Brillen messen Herzfrequenz, Atem oder Bewegungsmuster – oft ohne Ablenkung, ohne ständiges Aufleuchten oder Benachrichtigungen. Smart Rings gelten dabei als besonders interessant: Sie kombinieren unauffälliges Design mit kontinuierlicher Datenerfassung, ohne dass der Alltag gestört wird.
Von reinen Messwerten zu intelligenten Empfehlungen
Der entscheidende Fortschritt liegt in der Interpretation der Daten. KI analysiert nicht isolierte Werte, sondern setzt Parameter wie Herzratenvariabilität, Schlafqualität, Bewegungsmuster oder Stresslevel in Beziehung zueinander. Daraus entstehen sogenannte Health Forecasts, die vorausschauende Hinweise liefern: Wann ist eine intensive Trainingseinheit sinnvoll? Wann ist Erholung angesagt? Wearables entwickeln sich damit vom reaktiven Messinstrument zu einem proaktiven Begleiter, der gesundheitliche Entscheidungen unterstützt, bevor Probleme entstehen.
Der Körper als lernendes System
KI-Wearables lernen kontinuierlich aus Gewohnheiten, Rückmeldungen und langfristigen Trends. Was für den einen Körper Erholung bedeutet, kann für den anderen bereits Überforderung sein. Durch maschinelles Lernen entstehen personalisierte Empfehlungen für Schlaf, Bewegung, Atemübungen oder Ernährung – nicht nach Standardwerten, sondern nach individuellen Mustern. So wird der Körper nicht mit Normen verglichen, sondern mit sich selbst.
Mentale Gesundheit und präventive Unterstützung
Neben physischer Gesundheit rückt mentale Balance zunehmend in den Fokus. Wearables schlagen Achtsamkeitsübungen vor, erkennen Stressspitzen und erinnern an Atempausen, bevor der Nutzer diese bewusst wahrnimmt. Echtzeit-Analyse ermöglicht frühzeitige Warnungen, Anpassungen oder sogar Benachrichtigungen an medizinisches Personal. Besonders in der Prävention chronischer Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Schlafstörungen, kann dies entscheidend sein.
KI-Wearables in der Praxis
Wearables werden nicht nur für das persönliche Selbsttracking interessant, sondern auch in therapeutischen Kontexten: Sie liefern Daten über Aktivität, Belastung und Erholung außerhalb der Praxis. So können Therapeutinnen und Therapeuten Verhalten nachvollziehen, Therapiepläne individuell anpassen und die Motivation der Patientinnen und Patienten stärken. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können Wearables ergänzen, insbesondere in der Rehabilitation oder im Diabetes-Management, wobei digitale Gesundheitskompetenz zur Schlüsselqualifikation wird.
Aktuelle Entwicklungen und Produkttrends
- CES 2026: KI rückt näher an den Körper. Geräte verstehen Sprache, erkennen die Umgebung, liefern Echtzeit-Zusammenfassungen und bieten eigenständige Konnektivität – von Smart Glasses über Earbuds bis hin zu Pins und Clip-ons. Hersteller setzen auf zurückhaltendes Design und klar definierte Funktionen, als Reaktion auf frühere Misserfolge wie Google Glass oder Apple Vision Pro.
- DFKI Kompetenzzentrum „Wearable AI“: Bündelt Forschung zu Sensorik, Datenanalyse, KI und Mensch-Maschine-Interaktion. Schwerpunkte liegen auf Echtzeit-Feedback, Bewegungsanalyse, smarten Textilien und hochpräziser Sensortechnik. Ziel ist eine praxisnahe und interdisziplinäre Weiterentwicklung von KI-Wearables.
- Apple KI-Pin: Geplant als Ansteckpin, der KI jederzeit verfügbar macht, ohne Smartphone. Ausgestattet mit Kameras, Mikrofonen und Lautsprecher liefert das Wearable kontextbezogene Informationen. Marktstart frühestens 2027.
- OpenAI „Gumdrop“: Ein bildschirmloser KI-Stift, der handschriftliche Notizen digitalisiert und Sprachinteraktion erlaubt. Produktion bei Foxconn, Fokus auf einem klar umrissenen Use-Case statt universeller Lösung.
- Samsung Galaxy Watch 7: Bringt KI erstmals direkt auf die Smartwatch. Funktionen wie kontextbasierte Antwortvorschläge, Text-zu-Sprache und neue Gestensteuerung verbessern Alltagstauglichkeit. Kritisch bleibt der Datenschutz, etwa bei Fitness- und Gesundheitsdaten.
- Digitale Reha in Klagenfurt: Pilotprojekt mit Smartwatch und Tablet zeigt, wie Wearables die geriatrische Remobilisation unterstützen. Kontinuierliche Gesundheitsdaten, Trainingsvideos und digitale Betreuung steigern Selbstständigkeit und Therapietreue älterer Patientinnen und Patienten.
Chancen und Herausforderungen
KI-Wearables können Prävention stärken, Therapie begleiten und ein bewussteres Körperverständnis fördern. Gleichzeitig bleibt Datenschutz zentral: Sensible Daten werden oft in Cloud-Systemen gespeichert, Algorithmen sind nicht transparent, und nicht jede Prognose ersetzt ärztliche Expertise. Entscheidend ist die Einordnung der Daten – sowohl im Alltag als auch in der Medizin.
KI-Wearables entwickeln sich von simplen Trackern zu intelligenten Begleitern, die körperliche und mentale Gesundheit proaktiv unterstützen. Sie verschwinden zunehmend in den Hintergrund, lernen aus Nutzungsgewohnheiten und liefern personalisierte Empfehlungen. Ihr Potenzial entfalten sie am besten, wenn Technik, Fachwissen und therapeutische Einordnung zusammenwirken – als Unterstützung, nicht als Ersatz für Erfahrung oder medizinische Expertise.
Wenn heute von KI-Wearables die Rede ist, geht es längst nicht mehr nur um Smartwatches. Das Ökosystem tragbarer Technologien ist vielfältig geworden: Fitnessarmbänder, smarte Ringe, Biosensoren, Pflaster, Ohrhörer, Brillen, VR-Headsets und sogar Textilien, die Körpersignale lesen können, gehören inzwischen dazu. Allen gemeinsam ist der Versuch, Technik unauffällig in den Alltag zu integrieren – möglichst ohne Display, ohne Ablenkung, ohne ständige Interaktion.
Gerade smarte Ringe gelten als potenzielle Verkaufsschlager. Sie messen Herzfrequenz, Schlaf und Atemfrequenz rund um die Uhr, wirken dabei aber wie ein gewöhnliches Schmuckstück. Kein Aufleuchten, kein Vibrieren – dafür kontinuierliche Datenerfassung mit geringer Strahlenleistung. Technik, die nicht dominiert, sondern begleitet.
Von Messwerten zu Bedeutung
Der eigentliche Fortschritt liegt nicht in der Anzahl der Sensoren, sondern in der Interpretation der Daten. KI-gestützte Wearables betrachten Gesundheitsparameter nicht mehr isoliert. Sie analysieren Veränderungen in der Herzratenvariabilität, erkennen subtile Abweichungen im Schlaf oder in Bewegungsmustern und setzen diese in Beziehung zu Stress, Erholung und Belastung.
So entstehen sogenannte Health Forecasts – tägliche Einschätzungen darüber, wie belastbar der Körper aktuell ist, wann intensive Einheiten sinnvoll sind oder wann Erholung Vorrang haben sollte. Statt rückblickender Auswertungen liefern die Geräte vorausschauende Hinweise. Gesundheit wird damit nicht mehr reaktiv verwaltet, sondern proaktiv begleitet.
Der Körper als lernendes System
Ein zentraler Unterschied zu klassischen Wearables liegt in der Lernfähigkeit. KI-Wearables passen sich an. Sie lernen aus Gewohnheiten, Rückmeldungen und langfristigen Trends. Was für den einen Körper Erholung bedeutet, kann für den anderen bereits Überforderung sein – genau hier setzt künstliche Intelligenz an.
Durch maschinelles Lernen werden Empfehlungen zunehmend personalisiert: Trainingspläne, Schlafenszeiten, Atemübungen oder Ernährungsimpulse basieren nicht mehr auf Durchschnittswerten, sondern auf individuellen Mustern. Der Körper wird nicht mit Normen verglichen, sondern mit sich selbst.
Mentale Balance rückt in den Fokus
Auffällig ist, dass sich der Blick der Hersteller zunehmend von reiner Leistungsoptimierung löst. 2026 gilt mentale Gesundheit als gleichwertiger Parameter. Wearables erinnern an Atempausen, schlagen Achtsamkeitsübungen vor oder erkennen Stressspitzen, noch bevor sie bewusst wahrgenommen werden.
Diese Entwicklung markiert einen Perspektivwechsel: Nicht mehr nur höher, schneller, weiter – sondern ausgewogener. Technik wird zum Übersetzer zwischen innerem Erleben und messbaren Prozessen.
Echtzeit-Analyse und präventive Gesundheit
Ein weiterer Vorteil KI-gestützter Wearables liegt in der Echtzeitanalyse. Veränderungen werden sofort erkannt. Bei Auffälligkeiten können die Geräte warnen, Anpassungen vorschlagen oder – im medizinischen Kontext – sogar Fachpersonal informieren.
In der Medizin eröffnen Wearables neue Möglichkeiten: Patches und Sensoren erfassen kontinuierlich Vitalparameter, übertragen sie an Ärztinnen und Ärzte und erleichtern so Diagnostik und Therapie. In Smart Hospitals werden Wearables Teil des Internet of Things und entlasten das Personal, während Patientinnen und Patienten mobiler bleiben.
Die Kehrseite der KI
So überzeugend die Möglichkeiten sind, KI-Wearables bringen auch Herausforderungen mit sich. Datenschutz bleibt ein zentrales Thema: Je präziser die Analyse, desto sensibler die Daten. Dazu später noch mehr. Hinzu kommen Fragen der Genauigkeit, möglicher Fehlinterpretationen und der Abhängigkeit von Empfehlungen.
Nicht jede Prognose ist eine Diagnose, nicht jeder Vorschlag sollte ungeprüft übernommen werden. Die Verantwortung bleibt beim Menschen. KI kann unterstützen – entscheiden müssen wir selbst.
Technik, die im Hintergrund verschwindet
Der große Trend heißt Ambient Computing: Technik soll nicht auffallen, sondern helfen. Sprachgesteuerte Brillen, unauffällige Ringe oder kleine Pins mit KI-Funktionen machen den Computer unsichtbar. Die Interaktion verlagert sich weg vom Bildschirm, hin zu Sprache, Kontext und Gewohnheit.
Möglich wird das durch immer effizientere Prozessoren, die KI direkt auf dem Gerät ausführen. Weniger Cloud, mehr Datenschutz, längere Akkulaufzeiten – und tragbare Technologie, die sich natürlicher anfühlt.
KI-gestützte Wearables entwickeln sich von Datensammlern zu echten Gesundheitsbegleitern. Sie verbinden körperliche und mentale Parameter, liefern Orientierung im Alltag und fördern ein bewussteres Verhältnis zum eigenen Körper.
Die Vision ist klar: eine intelligente Schicht im Hintergrund, die nicht lenkt, sondern unterstützt. Technik, die uns hilft, Signale früher wahrzunehmen, besser zu verstehen – und rechtzeitig gegenzusteuern. Nicht als Ersatz für Körpergefühl, sondern als dessen Verstärker.
Wearables im Praxisalltag: Zwischen Selbsttracking und therapeutischem Werkzeug

Was im Alltag vieler Menschen als Fitness-Gadget beginnt, gewinnt im Praxisumfeld eine neue Bedeutung. Wearables liefern kontinuierliche Daten zu Bewegung, Schlaf, Herzfrequenz oder Belastung – Informationen, die im therapeutischen Kontext wertvoll sein können, wenn sie richtig eingeordnet werden. Dabei geht es weniger um einzelne Messwerte als um langfristige Verläufe und Veränderungen im Alltag der Patientinnen und Patienten.
Für Therapeutinnen und Therapeuten eröffnen Wearables die Möglichkeit, Verhalten außerhalb der Praxis sichtbar zu machen: Wie aktiv ist jemand wirklich? Wie erholt fühlt sich der Körper nach Belastung? Werden Empfehlungen umgesetzt oder bleibt Bewegung ein Vorsatz? Gerade in der Prävention liegt hier großes Potenzial, denn viele relevante Erkrankungen entwickeln sich schleichend und lange ohne spürbare Symptome.
Prävention beginnt vor der Intervention
Kardiovaskuläre Erkrankungen, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen sind häufig, folgenreich – und in vielen Fällen vermeidbar oder zumindest positiv beeinflussbar. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Prävention setzt nicht erst bei der Behandlung an, sondern bei der frühzeitigen Identifikation von Risiken.
Wearables können hier als Frühwarnsystem fungieren. Veränderungen in Ruhepuls, Belastbarkeit oder Schlafqualität fallen oft früher auf als subjektive Beschwerden. Gerade Männer, die Vorsorgeangebote seltener wahrnehmen, könnten durch niedrigschwellige Technologien eher erreicht werden. Wichtig ist dabei der integrative Blick: Wearable-Daten entfalten ihren Nutzen nicht isoliert, sondern erst, wenn sie medizinisch eingeordnet, überprüft und in bestehende Versorgungsstrukturen eingebunden werden.
Consumer-Wearables vs. Medizinprodukte: Ein notwendiger Unterschied
Die meisten Wearables auf dem Markt sind Consumer-Geräte. Sie dienen dem Fitness- und Wellness-Monitoring, nicht der medizinischen Diagnostik. Entsprechend unterliegen sie anderen Anforderungen: Keine klinischen Validierungsstudien nach medizinischen Standards, keine verpflichtende Offenlegung der Algorithmen, andere Prüfprozesse.
Medizinprodukte hingegen müssen strenge Zulassungsverfahren durchlaufen. Sie erfüllen definierte Genauigkeitskriterien, werden klinisch getestet und sind für den diagnostischen oder therapeutischen Einsatz vorgesehen. Geräte, die in Forschung und Wissenschaft eingesetzt werden, unterliegen nochmals höheren Validierungsprotokollen.
Diese Unterscheidung ist im Praxisalltag zentral. Eine Smartwatch liefert beeindruckende Kurven und Grafiken – ersetzt aber kein EKG. Gleichzeitig sind einzelne Anwendungen durchaus sinnvoll: Die Herzfrequenz-Basismessung ist für den Alltag ausreichend genau, Vorhofflimmern-Detektionen haben sich in Studien als nützliches Screening-Instrument erwiesen, und Langzeitdaten zu Aktivität oder Schlaf können die Therapiebegleitung unterstützen. Entscheidend ist die Einordnung, nicht der Messwert allein.
Digitale Gesundheitsanwendungen: Wenn Wearables Teil der Therapie werden
Besonders relevant wird das Thema dort, wo Wearables mit Digitalen Gesundheitsanwendungen verknüpft werden. DiGA sind zertifizierte Medizinprodukte, die ärztlich verordnet und von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Einige dieser Anwendungen binden externe Sensoren oder Wearables ein, etwa im Diabetes-Management oder in der Physiotherapie.
Die Hauptleistung muss dabei digital erfolgen; Hardware darf kein alltäglicher Gebrauchsgegenstand sein. Genau hier entsteht eine Grauzone: Smartwatches können DiGA ergänzen, doch die Integration ist technisch und regulatorisch komplex. Hinzu kommen fehlende Standards bei Datenschnittstellen und der Umstand, dass große Hersteller ihre Daten in eigenen Cloud-Systemen speichern.
In der Praxis bedeutet das: Es muss geklärt werden, ob zusätzliche Sensoren benötigt werden, ob diese bereitgestellt oder geliehen werden und ob Patientinnen und Patienten technisch in der Lage sind, die Anwendungen zu nutzen. Digitale Gesundheitskompetenz wird damit Teil der therapeutischen Begleitung.
Wearables in der Beratung: Einordnen statt interpretieren
Die Rolle von Therapeutinnen und Therapeuten liegt aber nicht in der technischen Betreuung von Wearables, sondern in der kritischen Einordnung der Daten. Wenn Patientinnen und Patienten mit auffälligen Werten kommen –, sei es eine Warnung vor Vorhofflimmern, ungewöhnliche Herzfrequenzen oder schlechte Schlafwerte – braucht es zunächst Kontext.
Welches Gerät wurde verwendet? Unter welchen Bedingungen wurde gemessen? Bewegungsartefakte, falscher Sitz oder Messungen während intensiver Aktivität können Fehlalarme auslösen. Bei ernsthaften Auffälligkeiten gilt: ärztliche Abklärung. Wearables können Hinweise liefern, aber keine Diagnosen stellen.
Gleichzeitig fördern sie die Therapietreue. Wer seinen Alltag dokumentiert, entwickelt oft ein stärkeres Bewusstsein für den eigenen Körper. Bei chronischen Erkrankungen kann kontinuierliche Selbstbeobachtung motivierend wirken – vorausgesetzt, die Zahlen werden richtig verstanden und nicht überinterpretiert.
Datenschutz: Sensible Daten, begrenzte Transparenz
Wearables erfassen hochsensible Gesundheitsdaten rund um die Uhr. Wie bereits erwähnt, werden diese meist in Cloud-Systemen der Hersteller gespeichert und analysiert. Zwar verlangt die DSGVO hohe Standards, doch viele Anbieter sitzen außerhalb der EU und nutzen Server in Drittländern.
Für Nutzerinnen und Nutzer ist wichtig zu wissen: Daten aus Consumer-Wearables sind nicht automatisch so geschützt wie medizinische Daten im deutschen oder österreichischen Gesundheitssystem. Sie können für Werbezwecke genutzt oder an Dritte weitergegeben werden. Auch Datenlecks sind nicht ausgeschlossen. Transparenz und informierte Entscheidungen sind daher zentraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Nutzung.
Wearables zwischen Prävention, Therapie und Alltag
Die Entwicklung schreitet schnell voran. KI wird zunehmend eingesetzt, um Muster in Wearable-Daten zu erkennen. Virtual Reality könnte in Kombination mit Wearables neue therapeutische Ansätze ermöglichen. Gleichzeitig wird an nicht-invasiver Glukosemessung und präziser Langzeit-Temperaturerfassung geforscht – mit teils vielversprechenden, teils noch nicht ausreichend validierten Ergebnissen.
Mit dem technischen Fortschritt wächst auch der Bedarf an klaren Standards, transparenter Validierung und regulatorischen Leitplanken. Wearables haben das Potenzial, Prävention zu stärken, Therapien zu begleiten und Patientinnen und Patienten stärker einzubinden. Sie ersetzen keine medizinische Expertise – aber sie können helfen, früher hinzusehen.
Für Therapeutinnen und Therapeuten bedeutet das: Digitale Gesundheitskompetenz wird zur Schlüsselqualifikation. Wer die Möglichkeiten kennt, die Grenzen versteht und Daten kritisch einordnet, kann Wearables sinnvoll in den Praxisalltag integrieren – als ergänzendes Werkzeug, nicht als Ersatz für Erfahrung, Beobachtung und das persönliche Gespräch.
Quick Scan: Aktuelle Entwicklungen und Trends bei KI-Wearables
Was tut sich gerade im Bereich KI und Wearables? Wir haben für dich aktuelle Entwicklungen, Produktankündigungen und übergreifende Trends zusammengefasst – kompakt, eingeordnet und mit Blick auf ihre Relevanz für den Praxis- und Gesundheitskontext.
CES 2026: KI rückt näher an den Körper

Die CES 2026 hat deutlich gezeigt, wohin sich der Wearable-Markt bewegt: Künstliche Intelligenz soll nicht mehr nur auf dem Smartphone oder Bildschirm stattfinden, sondern körpernah, ständig verfügbar und kontextsensitiv sein. Viele der präsentierten Geräte verstehen sich weniger als klassische Wearables und mehr als neue Schnittstellen zu intelligenten Assistenzsystemen – hörend, sehend und mitlaufend im Alltag. (Weiterlesen…)
Dass selbst OpenAI diesen Weg einschlägt, unter anderem über eine viel beachtete Zusammenarbeit mit Designer Jony Ive, unterstreicht die strategische Bedeutung dieses Trends. Die Botschaft ist klar: Die nächste Generation digitaler Assistenten soll nicht primär bedient werden, sondern „mitlaufen“.
Smart Glasses: Alltagstauglichkeit statt Tech-Demo
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten Smart Glasses. Nach Jahren zwischen Hype und Ernüchterung setzen Hersteller nun auf klar begrenzte Funktionen und zurückhaltendes Design. Lenovo, RayNeo, XGIMI, Cellid und XREAL präsentierten Brillen mit Fokus auf Live-Übersetzung, kurze KI-Zusammenfassungen, Sprachsteuerung und – erstmals relevant – eigenständige Konnektivität ohne Smartphone.
Auffällig ist der Strategiewechsel: Statt permanenter Kamera und unklarer Mehrwerte stehen heute diskrete Nutzung, gezielte Aktivierung und klar definierte Aufgaben im Vordergrund. Viele Konzepte wirken wie direkte Antworten auf frühere Fehlschläge von Google Glass oder jüngst Apple Vision Pro – und bauen zugleich auf den stillen Lernprozessen von Meta und Snap auf.
KI über das Ohr: Ear-worn Devices holen auf
Auch Kopfhörer und Headsets entwickeln sich zu KI-Interfaces. Razer zeigte mit Project Motoko ein Headset, das Audio und Kamera kombiniert, um Informationen aus der Umgebung zu übersetzen oder zusammenzufassen. Viaim stellte AI-Earbuds mit Live-Transkription, Übersetzung und intelligenter Geräuschunterdrückung vor.
Der Vorteil dieses Formfaktors liegt auf der Hand: Viele Menschen tragen Earbuds ohnehin über Stunden. KI-Funktionen lassen sich hier besonders niedrigschwellig in den Alltag integrieren.
Smartwatches: Vom Tracker zum Assistenten
Smartwatches wurden auf der CES 2026 klar als intelligente Alltagsbegleiter positioniert. Mobvoi, Pebble und Motorola erweiterten ihre Modelle um Funktionen wie Sprachmemos, Übersetzung, KI-gestützte Auswertung von Gesundheitsdaten und personalisierte Hinweise. Der Fokus verschiebt sich dabei von der reinen Datenerfassung hin zur Interpretation und Einordnung.
„Second Brain“-Wearables: Erinnern wird automatisiert
Clips, Pins, Anhänger und Ringe, die Gespräche aufzeichnen, transkribieren und zusammenfassen, waren ebenfalls stark vertreten. SwitchBot, Plaud, Lenovo und andere arbeiten an Wearables, die als externes Gedächtnis fungieren sollen – für Meetings, Gespräche oder spontane Gedanken. Nach den Enttäuschungen rund um Humane AI Pin und Rabbit R1 ist der Ton dabei spürbar vorsichtiger geworden: weniger große Versprechen, mehr klar umrissene Funktionen.
Vertrauen bleibt die zentrale Frage
So nah KI an den Körper rückt, so dringlich wird das Thema Vertrauen. Wearables, die hören und sehen, machen Datenschutz, Transparenz und Einwilligung zu Dauerfragen. Viele Hersteller reagieren darauf mit bewusster Zurückhaltung: gezielte Aktivierung statt Daueraufnahme, reduzierte Datenerfassung und unauffälliges Design. Ob das langfristig reicht, wird sich zeigen.
DFKI gründet Kompetenzzentrum „Wearable AI“

Mit dem neuen Kompetenzzentrum „Wearable AI“ bündelt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) seine Aktivitäten rund um am Körper getragene KI-Systeme. Ziel ist es, Wearable-Technologien nicht isoliert zu betrachten, sondern Sensorik, Datenanalyse, KI und Mensch-Maschine-Interaktion systematisch zusammenzuführen. (Weiterlesen…)
Im Fokus stehen Anwendungen, die bereits heute im Alltag oder im professionellen Umfeld genutzt werden: von Pulsmessern und Schrittzählern über Bewegungs- und Stressanalysen bis hin zu komplexen Tracking-Systemen. Der wachsende Trend zur Selbstvermessung („Quantified Self“) bildet dabei einen wichtigen Hintergrund, wird aber durch professionelle Einsatzszenarien ergänzt – etwa im Gesundheitswesen, in der Industrie oder im Sport.
Das Kompetenzzentrum dient als zentrale Entwicklungs- und Kollaborationsplattform für Forschungsprojekte, Industriepartner und internationale Wissenschaftler. Charakteristisch ist der interdisziplinäre Ansatz: Physiker, Ingenieure und Informatiker arbeiten gemeinsam mit MedizinerInnen, DesignerInnen, BiologInnen und TechnikerInnen an anwendungsnahen Prototypen. Verbrauchergeräte werden dabei gezielt mit professioneller Spezialausrüstung kombiniert, um hochpräzise Analysen zu ermöglichen.
Vier Forschungsfelder – ein gemeinsamer Fokus
Die wissenschaftlichen Arbeiten gliedern sich in vier übergeordnete Themenbereiche: Wearable System Design, Wearable Sensing, Datenanalyse und Human Interaction. Im Mittelpunkt steht stets die Frage, wie tragbare Technologien sinnvoll an den Menschen angepasst und in reale Nutzungskontexte integriert werden können.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte reichen von Echtzeit-Feedback bei Bewegung, Ergonomie oder Arbeitsabläufen über Aktivitäts- und Bewegungsanalyse bis hin zur Entwicklung neuer Sensorik-Konzepte. Hinzu kommen Themen wie die Visualisierung komplexer Daten, smarte Textilien, energieeffiziente Hardware- und Softwarearchitekturen, hochpräzises Motion Tracking sowie die Integration unterschiedlicher Sensortypen – etwa EEG, EMG oder inertiale und visuelle Sensoren. Auch die Erkennung von Stress und Emotionen spielt eine zentrale Rolle.
Mit dem Kompetenzzentrum positioniert sich das DFKI klar an der Schnittstelle von Forschung, Praxis und Anwendung – und schafft eine Infrastruktur, die Wearable AI nicht als kurzfristigen Trend, sondern als langfristiges Technologiefeld versteht.
Apple plant KI-Pin als neuen Alltagsbegleiter
Apple arbeitet offenbar an einem KI-Ansteckpin, der den Zugriff auf künstliche Intelligenz aus dem Smartphone herauslösen soll. Die Idee: KI soll jederzeit verfügbar sein, ohne Display, ohne das Handy aus der Tasche zu holen – direkt am Körper getragen. (Weiterlesen…)
Der geplante Pin soll etwa die Größe eines AirTags haben und mit Kameras, Mikrofonen und einem Lautsprecher ausgestattet sein. Im Zusammenspiel mit einer künftig stärker KI-getriebenen Version von Siri könnte das Wearable seine Umgebung wahrnehmen und kontextbezogene Informationen liefern. Denkbar sind Navigationshilfen am Flughafen, Erklärungen zu Orten und Sehenswürdigkeiten oder situationsabhängige Antworten auf gesprochene Fragen – basierend auf dem, was der Pin sieht und hört.
Was über das Design bekannt ist
Aktuellen Berichten zufolge setzt Apple auf ein flaches, rundes Design aus Aluminium und Glas. Verbaut sein sollen eine Weitwinkel- und eine Ultraweitwinkelkamera, drei Mikrofone, ein Lautsprecher sowie eine physische Taste. Auch kabelloses Laden ist im Gespräch. Ob der KI-Pin als eigenständiges Produkt oder eher als Zubehör in Apples Ökosystem positioniert wird, ist noch offen.
Ein möglicher Marktstart wird frühestens für 2027 gehandelt – ebenso denkbar ist allerdings, dass Apple das Projekt wieder verwirft, falls Nutzen, Akzeptanz oder Datenschutzfragen nicht überzeugend gelöst werden können.
Ambient AI statt Bildschirm
Der KI-Pin passt in einen größeren Trend: weg von klassischen Screens, hin zu „ambienter“ KI, die unauffällig im Hintergrund agiert. Ob Apple damit einen neuen Standard für tragbare Assistenten setzt oder an denselben Herausforderungen scheitert wie frühere KI-Pins anderer Hersteller, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Auch Apple sucht nach der nächsten Form, in der KI im Alltag tatsächlich Sinn ergibt.
„Gumdrop“: OpenAI plant bildschirmlosen KI-Stift
OpenAI arbeitet gemeinsam mit Designer Jony Ive an einem ungewöhnlichen neuen Wearable: einem KI-Stift mit dem Codenamen „Gumdrop“. Das Gerät soll ohne Display auskommen und handschriftliche Notizen digital erfassen – unauffällig, intuitiv und eingebettet in den Alltag. (Weiterlesen…)
Nach der Übernahme von Ives’ Hardware-Startup io verfolgt OpenAI damit erstmals eine klare Hardware-Strategie. Ziel ist es, KI nicht über Bildschirme, sondern über vertraute Werkzeuge zugänglich zu machen. Der Stift soll auf beliebigen Oberflächen schreiben können, die Inhalte erfassen und in Echtzeit an die OpenAI-Plattform übertragen, wo sie von KI-Modellen strukturiert, zusammengefasst oder weiterverarbeitet werden.
Notizen, Sprache, Kontext
Neben der Handschrifterkennung sind auch Audiofunktionen geplant. Nutzerinnen und Nutzer sollen per Sprache mit ChatGPT-Modellen interagieren können – ähnlich einem intelligenten Diktiergerät. Damit folgt OpenAI der Vision einer „ruhigen“ KI, die unterstützt, ohne ständig Aufmerksamkeit zu fordern oder Benachrichtigungen zu erzeugen.
Große Ambitionen, große Fertigung
Statt bei Luxshare soll die Massenproduktion nun bei Foxconn erfolgen – ein Hinweis darauf, dass OpenAI kein Nischenprodukt plant. Geleitet wird das Hardware-Team von Tang Tan, einem ehemaligen Apple-Manager, der zuvor am Design von iPhone und Apple Watch beteiligt war. Gemeinsam mit Designern aus dem Umfeld von Jony Ives’ Studio LoveFrom soll ein hochwertiges, bewusst schlichtes Produkt entstehen.
Lehren aus früheren KI-Flops
Nach dem Scheitern früher KI-Wearables wie Humane AI Pin oder Rabbit R1 setzt OpenAI auf einen klar umrissenen Anwendungsfall statt auf ein universelles „Alles-Gerät“. Der Stift ist ein vertrautes Objekt – und genau darin könnte seine Stärke liegen. Statt eine neue Kategorie zu erklären, löst er ein konkretes Problem.
Ein Marktstart wird frühestens für Ende 2026 oder 2027 erwartet. Ob „Gumdrop“ tatsächlich das Zeitalter bildschirmloser KI einläutet, bleibt offen – das Konzept zeigt jedoch, wie ernst OpenAI die Suche nach neuen Formen der Mensch-KI-Interaktion nimmt.
Samsung Galaxy Watch 7: KI hält Einzug am Handgelenk

Mit der Galaxy Watch 7 bringt Samsung erstmals KI-Funktionen direkt auf die Smartwatch. Grundlage ist One UI Watch 6 auf Basis von Watch OS 5. Im Mittelpunkt steht dabei nicht medizinische Diagnostik, sondern die Alltagstauglichkeit: Kommunikation, Spracheingabe und einfache Interaktion. (Weiterlesen…)
KI-gestützte Antworten und Spracheingabe
Galaxy AI unterstützt Nutzerinnen und Nutzer beim Beantworten von Nachrichten. Statt fixer Standardantworten generiert die Uhr nun kontextbezogene Vorschläge auf Basis des bisherigen Chatverlaufs. Voraussetzung ist allerdings mindestens One UI 6.1.1, weshalb die Funktion nicht auf allen Geräten verfügbar ist.
Ebenfalls neu: Sprachaufnahmen lassen sich direkt auf der Uhr transkribieren. Im Praxistest erwies sich die Umsetzung als erstaunlich präzise, kleinere Ungenauigkeiten inklusive. Die maximale Länge pro Aufnahme ist auf zehn Minuten begrenzt. Die eigentliche KI-Auswertung – etwa das Zusammenfassen der Texte – erfolgt anschließend über das gekoppelte Smartphone.
Neue Gestensteuerung per Doppeltipp
Unabhängig von KI führt Samsung mit der Galaxy Watch 7 eine neue Geste ein: den Doppeltipp durch Zusammendrücken von Daumen und Zeigefinger. Damit lassen sich Anrufe annehmen oder beenden, Alarme ausschalten oder Fotos auslösen. Die Geste funktioniert zuverlässig, ist jedoch standardmäßig deaktiviert und muss in den Einstellungen aktiviert werden.
Dank LTE-Modul und eSIM kann die Uhr – je nach Modell – auch unabhängig vom Smartphone genutzt werden. Der Zugriff auf Google Play sorgt zudem für eine breite Auswahl an Apps und Streaming-Diensten.
Beim Datenschutz noch Luft nach oben
Kritisch zu bewerten ist der Umgang mit Nutzerdaten. Die von der Uhr und den Fitness-Apps erhobenen Gesundheitsdaten gelten als hochsensibel. Verbraucherschützer bemängeln bei Samsung unter anderem eine intransparente Haftungsklausel sowie die Nutzung von Daten zu Werbezwecken. Entsprechend fällt die Datenschutzbewertung bei Tests zur neuen Smartwatch eher ernüchternd aus.
Die Galaxy Watch 7 zeigt, wie KI schrittweise in Alltagsfunktionen von Wearables integriert wird. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass technischer Fortschritt und Datenschutz noch nicht immer im Gleichschritt gehen.
Digitale Reha im Alltag: Smartwatch und Tablet in der Geriatrie

Wie Wearables jenseits von Lifestyle und Pilotstudien konkret eingesetzt werden können, zeigt ein neues Projekt im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt. Im Rahmen des europaweiten Forschungsprojekts RehAllianCE startet dort eine digitale Reha für ältere Patientinnen und Patienten in der geriatrischen Remobilisation. (Weiterlesen…)
Pilotprojekt mit Smartwatch und Tablet
Zehn ambulant betreute Personen erhalten im Pilotprojekt eine Smartwatch und ein Tablet. Die Uhr erfasst kontinuierlich Gesundheitsparameter wie Puls, Sauerstoffsättigung und Schrittzahl und übermittelt diese automatisch an das betreuende Therapeutenteam. Über das Tablet greifen die Teilnehmenden auf Trainingsvideos zu, erhalten Erinnerungen und nehmen an digitalen Terminen teil.
Eingesetzt wird die Anwendung JAMES der Klagenfurter Firma ilogs healthcare, erweitert um Inhalte aus dem therapeutischen Programm ASTRID der Grazer Geriatrischen Zentren. Der Fokus liegt auf einfach verständlichen, alltagstauglichen Übungen – ein entscheidender Faktor, insbesondere für ältere Menschen und für Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen.
Wissenschaftlich begleitet, therapeutisch integriert
Die FH Kärnten übernimmt die wissenschaftliche Begleitung des Projekts, schult die Teilnehmenden im Umgang mit der Technik und wertet die erhobenen Daten aus. Therapeutinnen und Therapeuten erhalten dadurch einen kontinuierlichen Überblick über den Rehabilitationsverlauf und können die Therapie individuell anpassen. Ergänzt wird das digitale Monitoring durch regelmäßige Kontrolltermine und persönliche Beratungsgespräche.
„Die Kombination aus medizinischer Erfahrung und digitaler Unterstützung ist ein wichtiger Schritt in Richtung zukunftsorientierter Gesundheitsversorgung“, betont Dr. Patricia Walentiny, Leiterin des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation.
Das Projekt zeigt exemplarisch, welches Potenzial Wearables im therapeutischen Alltag entfalten können, wenn sie sinnvoll eingebettet sind: nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug zur Verlaufsbeobachtung, Motivation und besseren Betreuung. Gerade in der geriatrischen Rehabilitation kann digitale Unterstützung helfen, Selbstständigkeit zu fördern und Versorgungslücken zu schließen.
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