Mit dem Wintersemester 2026/2027 starten an sieben Standorten in Österreich die Masterstudiengänge Psychotherapie an öffentlichen Universitäten. Für alle Interessierten haben wir alle Infos auf einen Blick zusammengefasst. Mit dem Wintersemester 2026/2027 starten an sieben Standorten in Österreich die Masterstudiengänge Psychotherapie an öffentlichen Universitäten. Für alle Interessierten haben wir alle Infos auf einen Blick zusammengefasst.

Das neue Masterstudium Psychotherapie: Fristen, Aufnahmeverfahren und Curriculum auf einen Blick

Mit dem Wintersemester 2026/2027 starten an sieben Standorten in Österreich die Masterstudiengänge Psychotherapie an öffentlichen Universitäten. Für Interessierte haben wir alle Infos auf einen Blick zusammengefasst. 

Das öffentliche Masterstudium Psychotherapie steht in den Startlöchern. Das neue Psychotherapiegesetz, das in Österreich seit 2025 gilt, macht es möglich: Ab dem Wintersemester 2026/2027 können Interessierte Psychotherapie erstmals als eigenständiges Masterstudium an öffentlichen Universitäten studieren. Was das Studium inhaltlich ausmacht, welche Voraussetzungen für die Aufnahme gelten und welche Fristen zu beachten sind – hier gibt es alle wichtigen Informationen kompakt zusammengefasst.

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Das aktuelle Aufnahmeverfahren für das Wintersemester 2026/27 läuft bereits – auf unserem Instagram-Account haben wir darüber berichtet. Folge uns, damit du auch künftig über kommende Termine und Fristen im Bereich Studium und Fortbildung auf dem Laufenden bleibst!


Registrierung und Aufnahmetest

Um einen Studienplatz zu erhalten, muss ein Aufnahmeverfahren absolviert werden. Dieses findet einmal im Jahr an allen Standorten gleichzeitig statt und wird ausschließlich in deutscher Sprache angeboten. Die Registrierung für das Aufnahmeverfahren erfolgt an dem jeweiligen Standort, an dem man sich um einen Studienplatz bewerben möchte. Eine digitale Teilnahme ist nicht möglich.

Das Masterstudium Psychotherapie ist die zweite Stufe der Psychotherapie-Ausbildung. Die erste Stufe ist ein entsprechendes Bachelor-Studium, die dritte ist die postgraduale Fachbildung bei einer anerkannten psychotherapeutischen Fachgesellschaft. Abgeschlossen wird die Ausbildung durch eine staatliche kommissionelle Psychotherapeutische Approbationsprüfung.


Teilnahmebedingungen

Teilnahmevoraussetzungen für das Aufnahmeverfahren zum Masterstudium Psychotherapie sind eine gültige Registrierung, die Bezahlung der Kostenbeteiligung innerhalb der festgelegten Frist und ein abgeschlossenes, fachlich infrage kommendes Bachelor- und/oder Masterstudium (oder eine Berufsberechtigung). Diese Studien-/Berufsberechtigungen umfassen laut Psychotherapiegesetz:

  • Bachelor- und Masterstudium oder Diplomstudium der Humanmedizin
  • Bachelorstudium der Psychologie
  • Bachelorstudium der Sozialen Arbeit
  • Ein auf ein nicht einschlägiges Grundstudium aufbauendes Masterstudium der Sozialen Arbeit
  • Masterstudium mit curricularer Schwerpunktsetzung in Sozialpädagogik
  • Eintragung in die Musiktherapeutenliste
  • Berechtigung zur Ausübung eines gehobenen medizinisch-technischen Dienstes
  • Berechtigung zur Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
  • Berechtigung zur Ausübung des Hebammenberufs
  • Zeugnisse gemäß § 1 Z 1 der Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung

Wer die selbstständige Berufsausübung der Psychotherapie beabsichtigt, hat als ersten Ausbildungsabschnitt ein Bachelorstudium gemäß § 11 an einer inländischen anerkannten postsekundären Bildungseinrichtung mit mindestens 180 ECTS-Anrechnungspunkten abzuschließen.


Fristen und Termine

Die Registrierung für den Studienstart im Wintersemester 2026/27 ist bereits abgeschlossen, der Testtag findet im Juli 2026 statt. Wer einen Studienstart im kommenden Jahr anstrebt, kann sich aber schon jetzt an diesem Zeitplan orientieren. Wichtig zu wissen: Das Aufnahmeverfahren findet nur einmal im Jahr statt und der Studienbeginn ist immer nur mit dem Wintersemester möglich.

  • Registrierung: 02. März bis 07. April 2026 – bereits abgeschlossen
  • Absolvierung des Online-Self-Assessments (OSA): 02. März bis 07. April 2026 – bereits abgeschlossen
  • Bezahlung der Kostenbeteiligung: 02. März bis 07. April 2026 – bereits abgeschlossen
  • Testtag: 06. Juli 2026
  • Ergebnisveröffentlichung: Noch keine Angaben
  • Zulassung: nach Ergebnisveröffentlichung

Wer ein Studienplatzangebot erhält, muss sich fristgerecht um die Zulassung für dieses Studienjahr kümmern. Die Studienplatz-Zusage kann nicht beispielsweise ins nächste Studienjahr mitgenommen werden. Hier müsste dann ein neuerlicher Aufnahmetest absolviert werden.

Die Fristen, bis wann sich die StudienbewerberInnen nach Zusage eines Studienplatzes um die Zulassung kümmern müssen, sind auf der Website der jeweiligen Universität zu erfahren und werden meist auch nochmals bei der Verständigung über den erhaltenen Studienplatz erläutert.


Studienplätze und Kontingentregelung

Die Studienplätze werden an die beim Aufnahmetest am besten abschneidenden StudienbewerberInnen vergeben, die folgende weitere Kriterien erfüllen:

  • Mindestens 95 % der verfügbaren Studienplätze sind EU-Bürger:innen und ihnen im Hinblick auf den Studienzugang gleichgestellten Personen vorbehalten. 
  • Mindestens 75 % der verfügbaren Studienplätze stehen Personen zur Verfügung, die ihr Reifezeugnis in Österreich erworben haben bzw. ein Reifezeugnis besitzen, welches einem in Österreich ausgestellten Reifezeugnis gleichgestellt ist.
  • An Studienwerbende, die dem Kontingent „Nicht-EU“ zugeordnet sind, können maximal 5 % der verfügbaren Studienplätze vergeben werden. Voraussetzung ist, dass sie einen Platz unter den Besten erreichen.

Registrierung zum Aufnahmeverfahren und OSA

Auch wenn die Frist für die Registrierung für das Studium im Wintersemester 2026/27 schon verstrichen ist, haben wir hier die Webseiten verlinkt, über die die Registrierung möglich war und voraussichtlich auch zukünftig ist. 


Testinhalte, Literaturgrundlage und Testtag

Der Aufnahmetest besteht aus vier Testteilen, die jeweils wiederum aus mehreren Items bestehen. Ein Item stellt eine Frage bzw. Aufgabe dar, zu der Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind, von denen eine oder mehrere richtig sein können. Der Test dauert in etwa drei Stunden.

Der Aufnahmetest für das Wintersemester 2026/2027 findet an allen Standorten am 06. Juli 2026 statt und ist vom Aufbau her an allen Standorten identisch. Aufgrund der räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten können die konkreten Abläufe variieren. Weitere Infos zur Testteilnahme (diese liegen noch nicht für alle Standorte vor):

Wer sich schon jetzt für das Aufnahmeverfahren und den Test im kommenden Jahr vorbereiten möchte, findet hier zwei hilfreiche Literatur-Links: 

Beispiel-Items zu den Testteilen | Literaturgrundlage


Key Facts zum Studium 

  • Studiendauer: 4 Semester 
  • ECTS: 120 Punkte
  • Studienform: Vollzeit 
  • Abschluss: Master of Science 
  • Unterrichtssprache: Deutsch 

Aufbau des Studiums 

Das Masterstudium der Psychotherapie orientiert sich an einem vorgegebenen Aufbau. Die konkreten Studienfächer und Verteilungen über die Semester im Detail finden Interessierte bei den unterschiedlichen den Studiengang anbietenden Universitäten.

FACHECTS-PUNKTE
Störungs- und Verfahrenslehre18
Diagnostik15
Rahmenbedingungen und psychopharmakologische
Behandlungspraxis
6
Psychotherapieforschung6
Übungen zur Methodik der psychotherapeutischen
Behandlungspraxis
17
Versuchspersonenstunden1
Pflichtpraxis21
Masterarbeit inkl. Seminar24
Freie Studienleistungen 12
GESAMT120

Schwerpunkte des Studiums 

Das neue Psychotherapiestudium vermittelt ein breites Spektrum an Kompetenzen, die angehende Therapeutinnen und Therapeuten auf eine fundierte und verantwortungsvolle Berufsausübung vorbereiten.

Einen zentralen Stellenwert nehmen die fachlich-methodischen Grundlagen ein: Die Studierenden erwerben tiefgehende Kenntnisse in den vier psychotherapeutischen Ausrichtungen – der humanistischen, der psychoanalytisch-psychodynamischen, der systemischen sowie der Verhaltenstherapie – einschließlich ihrer jeweiligen Theorien, Grundlagen und Behandlungsstrategien. Ergänzt wird dies durch Kompetenzen in der Diagnostik psychischer Störungen nach internationalen Klassifikationssystemen sowie durch relevantes Wissen in Psychiatrie, Psychosomatik und Psychopharmakologie.

Gleichzeitig werden berufsethische und -rechtliche Grundlagen vermittelt. Die Studierenden setzen sich mit dem Psychotherapiegesetz und angrenzenden Rechtsmaterien auseinander und lernen, ihr Handeln an ethischen Leitprinzipien und dem Berufskodex auszurichten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem reflektierten Umgang mit komplexen ethischen Fragestellungen, die im therapeutischen Alltag auftreten können.

Die wissenschaftliche Ausbildung bildet eine weitere tragende Säule des Studiums. Studierende lernen, Methoden der Psychotherapieforschung anzuwenden, Evidenz zu Diagnostik, Prozess und Wirksamkeit der vier Ausrichtungen kritisch zu bewerten und leitlinienbasierte Empfehlungen einzuordnen. Darüber hinaus werden sie befähigt, eigenständig Forschungsarbeiten nach internationalen Standards zu entwickeln, durchzuführen und zu präsentieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sozialkommunikativen und selbstreflexiven Kompetenzen. Neben professioneller Gesprächsführung und Interaktionsgestaltung im therapeutischen Kontext steht insbesondere die Fähigkeit im Vordergrund, tragfähige Arbeitsbeziehungen aufzubauen – empathisch, sowie gender-, minderheiten- und kultursensibel. Kontinuierliche Selbstreflexion und Selbsterfahrung sind dabei fest im Curriculum verankert und dienen der langfristigen Qualitätssicherung des eigenen Handelns.

Schließlich erwerben die Studierenden konkrete psychotherapeutische Handlungskompetenzen: Unter Anleitung und Supervision üben sie grundlegende Diagnostik- und Behandlungsfertigkeiten aller vier Ausrichtungen ein, lernen, mit Situationen der Selbst- und Fremdgefährdung umzugehen und werden auf die Zusammenarbeit in multiprofessionellen, interdisziplinären Versorgungssettings vorbereitet.

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