Wir haben Therapeutinnen und Therapeuten in unserem hashtagPRAXIS Podcast danach gefragt, wie sie in ihrem Praxisalltag Selbstfürsorge betreiben.
In unserem hashtagPRAXIS Podcast – hosted by appointmed – laden wir regelmäßig Therapeutinnen und Therapeuten aus unterschiedlichen Fachrichtungen zum Talk ein und sprechen mit ihnen über ihren Weg in die Selbstständigkeit sowie hilfreiche Themen für deinen Praxisalltag.
In unserer neuen Staffel, wird es einen Mix aus drei verschiedenen Formaten geben:
- Quicktipps und Antworten auf FAQs
- Highlights auf dem Magazin hashtagPRAXIS
- Interviews zu Themen rund um Therapie, Praxis und Selbstständigkeit
Hören kannst du unseren Podcast auf:
Zwischen Terminplan, Empathie und dem Anspruch, für andere da zu sein, bleibt eine Frage oft auf der Strecke: Wer sorgt eigentlich für die, die sonst für alle sorgen? Ob ein Spaziergang im Wald, das bewusste Nein zum nächsten Klienten-Termin, ein wöchentliches Ritual mit Tee und Buch oder auch die eigene Therapie auf der anderen Seite der Couch – Selbstfürsorge sieht für jede und jeden anders aus, ist aber für Therapeutinnen und Therapeuten kein netter Zusatz, sondern die Grundlage dafür, dass sie langfristig gut arbeiten können. Wir haben unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner gefragt, was sie ganz persönlich für sich selbst tun, um Kraft zu tanken und im Gleichgewicht zu bleiben. Lass dich inspirieren!
ANDREA KASPER-FÜCHSL | Ernährungsberaterin
Wenn mir zu viele Gedanken im Kopf herumgehen, dann höre ich Hörbücher. Normalerweise lese ich sehr gerne, aber aufgrund der Bildschirmarbeit tagsüber fällt mir das Lesen abends oftmals schwer. Dann höre ich gerne Hörbücher, Podcasts usw. Ich habe zudem wieder angefangen, Klavier zu spielen und was sich mit meinem Beruf sehr gut verbinden lässt: Ich koche und esse sehr gerne.
KARL BAUER | Heilmasseur
Ich lasse mich regelmäßig selbst behandeln in Form von Massagen, vor allem Cranio-Sacral-Behandlungen liebe ich. Sie erden mich besonders gut. Mein absoluter Ruhepol ist zudem meine Familie. Wenn ich mich mit meinen drei Burschen zusammen setze und ein Brettspiel spiele, dann gibt mir das unglaublich viel Ruhe. Wir haben uns ein schönes Eigenheim mit Garten eingerichtet, ein Kletterparadies für unsere Söhne und eine Ruheoase für meine Frau und mich.
FLORIAN REITER | Physiotherapeut, Lauf- und Mentaltrainer
Das ist eine ständige Herausforderung. Wenn man für etwas brennt, steckt man viel Energie hinein. Kürzlich hat mir jemand gesagt: „Du bist Sportler! Du weißt, was Übertraining ist und wie wichtig Regeneration ist – warum beachtest Du das nicht auch in Bezug auf Deine geistigen Kapazitäten?“ Ich habe oft stundenlang am Computer gearbeitet, Projekte entwickelt, Kurse konzipiert – und dabei die mentale Regeneration vernachlässigt. Das habe ich erst lernen müssen.
Wichtig ist, auf Warnsignale zu achten: sinkende Motivation, Müdigkeit, ständig steigender Koffeinkonsum – das sind Zeichen, dass etwas nicht passt. Mir hilft dabei der ehrliche Austausch mit meiner Frau, mit der ich seit 20 Jahren ein Team bin. Enge Beziehungen – sei es PartnerIn, Familie oder FreundInnen – sind essentiell, um blinde Flecken zu erkennen.
Außerdem finde ich es wichtig, sich nicht zu scheuen, professionelle Unterstützung zu holen – sei es therapeutisch, psychologisch oder in anderen Bereichen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Ich habe selbst schon Hilfe in Anspruch genommen. Dafür gibt es diese ExpertInnen.
Genau wie ein Physio bei Knieschmerzen hilft, gibt es Spezialisten für mentale Themen. Sich Unterstützung zu holen, ist ein Zeichen von Selbstfürsorge.
DEBORAH RITTWAGEN | Physiotherapeutin
Ich plane Pausen ein, wie z. B. einen handyfreien Sonntag, und ich versuche, mich mit einem positiven Umfeld zu umgeben. Mit Menschen wie meinem Partner, denen wichtig ist, was ich mache, und die mich unterstützen. Menschen, die nicht eifersüchtig sind und mich nicht bremsen. Außerdem versuche ich, mich möglichst gesund zu ernähren, treibe Sport, nehme Supplemente ein, die mir sinnvoll erscheinen, und versuche auch, bei mir selbst einen ganzheitlichen Zugang zu meiner eigenen Gesundheit zu finden.
ANGELA LAIMER | Psychotherapeutin
Für mich ist mein Garten meine wichtigste Kraftquelle. Das klingt vielleicht simpel, aber Gartenarbeit hat für mich etwas Meditatives. Beim Arbeiten mit der Erde, beim Jäten oder beim Ernten komme ich ganz zu mir. Dieses „in der Erde wühlen“ erdet mich im wahrsten Sinne des Wortes.
Und natürlich spielt auch meine Familie eine zentrale Rolle. Mein Partner, meine Kinder und mein familiäres Umfeld sind für mich eine große Energiequelle. Diese beiden Bereiche – Garten und Familie – helfen mir, meine Batterien regelmäßig aufzuladen und im Gleichgewicht zu bleiben.
PHILIPP REGENFELDER | Sportwissenschaftler und Studioleiter
Ich versuche also, das, was ich meinen KundInnen vorbete, auch selbst umzusetzen: Ich trainiere, mache aber auch anderen Sport und versuche, mich halbwegs ausgewogen zu ernähren. Sich Auszeiten zu nehmen ist für Selbstständige vor allem am Anfang wahrscheinlich schwierig. Aber regelmäßig Bewegung zu machen, würde ich trotzdem jedem ans Herz legen. Was immer einem Freude bereitet. Es tut dem Körper gut, macht den Kopf frei und fördert die Kreativität.
Zum Thema Ernährung empfehle ich einfach, sich nicht zu viel Schund zuzumuten und auch wenn man oft lang arbeitet, nicht zum Heavy-User von Fast-Food-Ketten zu werden. Ab und zu Abstand von der Firma zu gewinnen ist auch auf jeden Fall notwendig. Also zusammengefasst: die drei Stichworte Bewegung, Ernährung und Regeneration.
Header © Canva