Biophilic Design bringt das Lebendige in den Raum – und schafft damit Orte, die nicht nur schön sind, sondern auf einer tiefen menschlichen Ebene wirken.
Natürliche Materialien, organische Formen, lebendiges Grün und das Spiel von Licht und Schatten: Biophilic Design ist weit mehr als ein Einrichtungstrend. Es ist ein Gestaltungsansatz, der auf etwas zutiefst Menschlichem basiert – unserer angeborenen Verbundenheit mit der Natur. Nicht Dekoration steht im Vordergrund, sondern eine bewusst gestaltete Beziehung zwischen Mensch und natürlicher Welt. Das Ergebnis: Räume, die Stress reduzieren, Erholung fördern und ein nachhaltiges Wohlgefühl erzeugen.
Willkommen zurück zu unserer Serie „Treat with Style“, in der wir Interieurstile vorstellen, die Praxisräume nicht nur gestalten, sondern ihre Wirkung aktiv unterstützen. Dieses Mal widmen wir uns einem Ansatz, der so alt wie die Menschheitsgeschichte und gleichzeitig hochaktuell ist: Biophilic Design.
Treat with Style
Entdecke auch die anderen sechs Interieurstile, die wir dir in der Reihe „Treat with Style“ bereits vorgestellt haben.
Biophilic Design: Wenn Räume atmen
Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Liebe zum Lebendigen“. Der Psychoanalytiker Erich Fromm prägte ihn erstmals in den 1960er-Jahren, der amerikanische Biologe E. O. Wilson machte ihn in den 1980ern populär – und zeigte auf, wie grundlegend die Natur für das menschliche Wohlbefinden ist. Architekten und Designer griffen diesen Gedanken auf und entwickelten daraus ein Konzept, das heute in Büros, Hotels, Krankenhäusern und zunehmend auch in Praxisräumen Anwendung findet.
Die Grundidee: Im Laufe der Evolution haben wir Menschen fast unsere gesamte Zeit in der Natur verbracht. Physiologisch und psychologisch sind wir noch immer auf diese Umgebung ausgerichtet. In Räumen, die natürliche Elemente aufgreifen, fühlen wir uns nachweislich wohler, konzentrierter und weniger gestresst. Biophilic Design nutzt diesen Zusammenhang ganz bewusst – nicht durch eine einzelne Zimmerpflanze in der Ecke, sondern durch ein durchdachtes Gesamtkonzept, das alle Sinne anspricht: Sehen, Fühlen, Riechen, Hören.
Der Sozialökologe Stephen Kellert hat dafür einen Rahmen aus sechs Elementen entwickelt: Umweltmerkmale wie Pflanzen, Wasser und natürliche Materialien; natürliche Formen und Gestalten wie organische Kurven und biomorphe Muster; natürliche Muster und Prozesse wie wechselndes Licht und sensorische Vielfalt; Licht und Raum in ihrer verbindenden Wirkung zwischen innen und außen; ortsbezogene Beziehungen, die lokale Kultur und Materialien einbeziehen; sowie die gewachsene Beziehung zwischen Mensch und Natur – das Bedürfnis nach Aussicht, Zuflucht, Entdeckung und Sicherheit. Diese Elemente lassen sich in nahezu jedem Raum umsetzen – und das unabhängig vom Budget.
Biophilic Design in der Architektur: der vertikale Wald

Bevor wir uns ganz dem Interieur widmen, lohnt ein Blick auf ein Beispiel, das zeigt, wohin biophiles Denken in seiner konsequentesten Form führen kann: der Bosco Verticale in Mailand. Die beiden Wohnhochhäuser des Architekten Stefano Boeri wurden 2014 fertiggestellt und zählen heute zu den bekanntesten Ikonen zeitgenössischer Architektur. Rund 900 Bäume und mehr als 2.000 weitere Pflanzen wachsen auf den Terrassen und Balkonen der 110 und 80 Meter hohen Türme – sorgfältig ausgewählt von Botanikern der Universität Mailand aus 20 Laub- und Nadelgehölzarten, so angeordnet, dass sie im Wechsel der Jahreszeiten immer neue Akzente setzen. Die Bepflanzung verbessert das Mikroklima, mildert Lärm und Hitze, schafft neue Lebensräume für Insekten und Vögel – und bringt die Natur dorthin, wo sie in der dichten Stadt längst verloren gegangen schien. 2014 gewann Boeri dafür den Internationalen Hochhauspreis. Das Projekt zeigt: Biophilic Design ist kein dekoratives Beiwerk, sondern kann zum strukturgebenden Prinzip werden – von der Fassade bis in den letzten Winkel des Raumes.
Was das für deine Praxis bedeutet
Im Maßstab einer Praxis geht es natürlich nicht um begrünte Hochhausfassaden. Aber das Grundprinzip bleibt dasselbe: Räume so zu gestalten, dass die Verbindung zur natürlichen Welt spürbar wird. Holz, Naturstein, Bambus oder Kork als Materialien. Pflanzen, die Luftqualität und Atmosphäre verbessern. Tageslicht, das durch verstellbare Elemente lebendige Licht- und Schattenspiele erzeugt. Organische Formen statt harter Kanten. Wasserelemente, die beruhigen. Und immer wieder: der bewusste Blick ins Grüne, wo immer er sich ermöglichen lässt.
Die Beratungsfirma Terrapin Bright Green beschreibt in ihren „14 Patterns of Biophilic Design“ den Ansatz in drei Dimensionen: die Natur im Raum, Analogien zur Natur und die Beschaffenheit des Raumes selbst. Was alle drei verbindet: Es geht um eine tiefergehende Beziehung zur natürlichen Welt – nicht um Dekoration. Ein Raum, der diese Beziehung pflegt, wirkt nicht nur schöner, er wirkt anders. Ruhiger. Lebendiger. Echter.
Healing Architecture: Wenn Räume heilen
Biophilic Design und Healing Architecture verfolgen ein gemeinsames Ziel: Räume zu schaffen, die dem Menschen guttun. Was hinter dem Konzept der heilsamen Architektur steckt, welche Rolle Licht, Proportion und Material dabei spielen – und warum das besonders für Praxen relevant ist, zeigen wir in unserem Artikel zu Healing Architecture.

IKEA
Kulglass Leuchte und Bluetooth-Lautsprecher | 99 Euro

IKEA
Stockholm 2025 3er-Sofa | 1.299 Euro
IKEA
Stockholm 2025 Couchtisch | 249 Euro

IKEA
Ödleblad Hängeleuchte | 59,99 Euro
Pflegeleichte Pflanzen für deine Praxis
Ein wichtiger Punkt bei Biophilic Design sind natürlich die Pflanzen in deiner Praxis. Damit du möglichst wenig Arbeit mit ihnen hast, haben wir einige Pflanzen für dich zusammengestellt, die deine Praxis auch mit fehlendem grünen Daumen verschönern. Diese kannst du in deinem lokalen Gartencenter oder bei der Floristik-Handlung deines Vertrauens erstehen.

GREENBOP
Mobilane LivePanel Pack | ab 639 Euro

GREENBOP
Pflanzenbild XXL | ab 1.230 Euro

GRÜNE ERDE
Wollteppich Kelim Mata | 448 Euro
GRÜNE ERDE
Ketil Stuhl mit Armlehne | 959 Euro

DELIFE
Wohnzimmertisch Live-Edge | 949 Euro
RELAXOUND
Zwitscherbox | ab 49,90 Euro

CARL HANSEN & SØN
CH24 Wishbone Chair | ab 751 Euro
CARL HANSEN & SØN
CH008 Coffee Table | 2.123 Euro

CARL HANSEN & SØN
CH280F Foot Stool | ab 1.204 Euro
CARL HANSEN & SØN
MT221 Tulip Pendant | 491 Euro

HÖFATS
OVAL CANDLE silber | ab 69,95 Euro

HÖFATS
SPIN air 1200 Einbau | 139,95 Euro
CLIMAQUA
Wasserwände und Zimmerbrunnen | ab 159 Euro

DESENIO
Live in the Moment Poster | ab 6,50 Euro
DESENIO
Fleurs Séchées Poster |
ab 6,50 Euro
DESENIO
Botanica Verde Poster |
ab 6,50 Euro

SØSTRENE GRENE
Glade Hocker | 48,80 Euro

SCHEURICH
Breeze Übertopf | ab 4,99 Euro
SCHEURICH
Monaco Übertopf | ab 4,59 Euro

VITRA
Bürostuhl Mynt | 1.187 Euro
VITRA
Schreibtisch Courier | 1.710 Euro
Header © Freepik | magnific.com


